UGC-Plattformen aus Creator-Sicht

Elf UGC-Plattformen aus Creator-Sicht: Gebühren, Abos, Zugangshürden und die Auftragsbudgets von 225 bis 800 Euro. Alle Angaben nachgeprüft am 23.09.2026.

Von Lukas Renner · veröffentlicht am 5. September 2026 · zuletzt geprüft am 23. September 2026 · 13 Min. Lesezeit · für Creator

Wo bekommst du als Creator wirklich bezahlte UGC-Aufträge?

Auf drei verschiedenen Sorten von Plattformen — und der Unterschied entscheidet über dein Honorar. Die einen zahlen dich selbst aus und behalten dafür etwas ein, die anderen vermitteln nur und überlassen dir die Rechnung, die dritten verlangen ein Abo dafür, dass du dich überhaupt bewerben darfst. Wir haben elf Anbieter anhand ihrer eigenen AGB und Hilfeseiten geprüft, alle Angaben zuletzt am 23.09.2026 nachgeprüft.

PlattformWas es dich als Creator kostetWer zahlt dich ausZugangshürde
CreatorJobskeine Provision, optionales Plus-Abo 5,99–9,99 €/Monatdie Marke direkt, laut AGB kein Plattform-Payoutoffene Registrierung
Speeklykeine Anmeldegebühr, Einbehalt nicht ausgewiesenSpeekly per Gutschrift, laut Anbieter binnen 48 StundenProfilprüfung, laut AGB nur Unternehmer
Influeekeine Creator-Gebühr genannt, Aufschlag liegt bei der MarkeInfluee, 5–10 Werktage nach Anforderungoffen, „keine Follower nötig"
RefluencedkostenlosRefluenced, Auszahlung 1–3 Tage1.000 Follower nur für Social-Media-Kampagnen, UGC ohne Hürde
UGC VZkostenlos, keine Provisionniemand — reines Verzeichnis, du rechnest selbst abkostenlose Registrierung
UGC24Abo 29,90 €/Monat, Jahresabo 251,16 €die Marke, Plattform ohne ProvisionProfil und Bewerbung
findasponsor.delesen kostenlos, antworten nur mit Abo ab 19,90 €/Monatdie Marke, 0 % Provisionoffene Registrierung
Collabstr15 % vom Creator-HonorarCollabstrProfilprüfung, keine Reichweiten-Angabe
Insensekeine Creator-GebührInsense, Auszahlung über die Insense-Wallet1.000 Follower, 1 % Engagement, 500 Median-Views
Billokeine Creator-GebührBillo, zweiwöchentlichDeutschland ausgeschlossen (nur USA, Kanada, UK, Australien)
Creator Poolkostenlos, keine Provision vom Creatordie Marke über den AuftragProfilprüfung

Zwei Zahlen aus dieser Tabelle sind wichtiger als alle anderen: 15 Prozent behält Collabstr von deinem Honorar ein, und 29,90 Euro im Monat zahlst du bei UGC24 dafür, dass Marken dort kostenlos suchen dürfen. Beides steht in den öffentlichen Angaben der Anbieter — in keinem der deutschen Ratgeber, die zu diesem Thema ranken, steht es nebeneinander.

Was hat sich seit dem 5. September 2026 geändert?

Bei zehn von elf Anbietern nichts, bei einem etwas Wichtiges. Wir haben am 23.09.2026 alle Preise, Gebühren und Zugangsbedingungen aus diesem Artikel erneut an der Quelle geprüft — 18 Tage nach der ersten Erhebung. Die Preise sind unverändert. Eine Aussage mussten wir korrigieren: Refluenced verlangt die 1.000 Follower nur für Social-Media-Kampagnen, nicht für reine UGC-Aufträge. Außerdem ist die Quelle zur Collabstr-Provision auf eine neue Adresse umgezogen.

AngabeStand 05.09.2026Nachgeprüft am 23.09.2026
CreatorJobs Plus-Abo5,99–9,99 €/Monatunverändert, Staffel jetzt belegt: 12 Monate 5,99 €, 6 Monate 7,99 €, 3 Monate 9,99 €
CreatorJobs Provision0 %unverändert (AGB Ziffer 4.4)
UGC2429,90 €/Monat, 251,16 €/Jahrunverändert, erster Monat 0 €, Jahresabo mit zugesagtem Auftrag im Wert von 100 €
findasponsor.deBasis 19,90 €, Premium 29,90 €unverändert, jeweils inklusive 19 % Mehrwertsteuer
Collabstr15 % Kommissionunverändert — Quelle umgezogen auf help.collabstr.com
Fiverr20 % Gebührunverändert, Verkäufer erhält 80 %
Refluenced„mindestens 1.000 Follower"korrigiert: gilt nur für Social-Media-Kampagnen. Für reine UGC-Kampagnen zählt laut Anbieter „nur dein Content"
Insense1.000 Follower, 1 % Engagementunverändert, Deutschland unter 35+ Ländern gelistet
BilloDeutschland ausgeschlossenunverändert, zusätzlich: ab 18 Jahren, keine Vorerfahrung nötig
SpeeklyUnternehmereigenschaft laut AGBunverändert, Auszahlung laut Anbieter binnen 48 Stunden
Influeekeine Follower nötigunverändert
UGC VZkostenlos, 0 % Provisionunverändert

Dass wir die Refluenced-Angabe korrigieren mussten, ist der eigentliche Lerneffekt dieser Nachprüfung: Eine Follower-Grenze steht bei fast allen Anbietern prominent auf der Seite, die Ausnahme für UGC-Aufträge aber oft erst im Kleingedruckten. Wenn du irgendwo an einer Reichweiten-Hürde scheiterst, lohnt der zweite Blick, ob sie überhaupt für den Auftragstyp gilt, den du machen willst.

Was zahlen die Aufträge auf den großen Plattformen wirklich?

Mehr, als die üblichen Ratgeber-Spannen vermuten lassen — jedenfalls bei den öffentlich ausgeschriebenen Kampagnen. Wir haben am 23.09.2026 die Auftragsbudgets ausgewertet, die CreatorJobs auf seiner eigenen Creator-Seite offen ausweist. Sie liegen zwischen 225 und 800 Euro je Auftrag. Das sind benannte Markenkampagnen, keine Beispielrechnungen — und sie liegen deutlich über der oft zitierten Spanne von 80 bis 250 Euro pro Video.

Ausgeschriebenes BudgetMarke
225 €Paul Valentine
250 €Essence
350 €Shell
375 €Glossybox
400 €o2
500 €Fitness First
600 €DB Regio Bayern
750 €KFC
800 €AutoScout24

Basis: neun am 23.09.2026 öffentlich auf creatorjobs.com sichtbare Ausschreibungen. Das ist ein Auszug der Startseite, keine Vollerhebung des Marktplatzes.

Drei Einschränkungen gehören dazu, sonst ist die Zahl irreführend. Erstens ist ein Ausschreibungsbudget nicht dein Honorar: Es kann mehrere Videos, mehrere Creator oder zusätzliche Nutzungsrechte abdecken. Zweitens sind große Marken wie KFC oder AutoScout24 die Ausnahme, nicht der Alltag. Drittens sagt ein hohes Budget nichts über die Zahl der Mitbewerber — je sichtbarer die Marke, desto mehr Bewerbungen. Was der Aufwand je Video an Stundenlohn übrig lässt, steht in Lohnt sich UGC als Creator?; wie du deinen eigenen Preis herleitest, in Was darfst du als Creator verlangen?.

Warum beantwortet Google diese Frage bisher aus der falschen Richtung?

Weil fast alle rankenden Seiten für Marken geschrieben sind, obwohl Creator dieselben Wörter tippen. Wir haben die Ergebnisse zu „UGC Plattformen", „UGC Plattform Vergleich", „UGC Creator Plattform Deutschland" und „wo finde ich UGC Aufträge" durchgesehen. Von den Top-Ergebnissen beantwortet die klare Mehrheit die Gegenfrage: „Wie finde ich als Marke Creator?" Und die Ergebnisse, die tatsächlich für Creator schreiben, nennen die Gebühren nicht.

Drei Befunde aus dieser Auswertung:

  1. Der Suchbegriff mischt zwei Produkte. Unter „UGC-Plattformen" ranken Content-Curation-Werkzeuge wie Flowbox oder Bazaarvoice gleichberechtigt neben Creator-Marktplätzen. Für dich sind die einen völlig nutzlos.
  2. Kein rankendes Ergebnis nennt je Anbieter, was der Creator abgibt. Es kursiert eine pauschale Spanne von „10 bis 30 Prozent", ohne Zuordnung zu einer einzigen Plattform.
  3. Die Ausschlusskriterien fehlen überall. Dass Billo Deutschland ausschließt, dass Insense 1.000 Follower verlangt und dass Speekly laut AGB nur Unternehmer zulässt, steht in keinem der geprüften Ratgeber.

Ein bekannter deutscher Ratgeber zu diesem Thema empfiehlt vier Plattformen und schreibt dazu „kostenlose Registrierung" — ohne zu erwähnen, dass zwei davon ein Abo verlangen, sobald man tatsächlich arbeiten will. Genau diese Lücke füllt dieser Artikel.

Was behält die Plattform von deinem Honorar?

Das hängt am Geschäftsmodell, und davon gibt es genau drei. Modell eins zahlt dich aus und behält eine Marge ein — dafür bekommst du Zahlungssicherheit. Modell zwei vermittelt nur; du stellst selbst die Rechnung und trägst das Ausfallrisiko. Modell drei verkauft dir den Zugang als Abo, während die Marken kostenlos suchen. Welches Modell du wählst, ist wichtiger als der ausgeschriebene Preis eines einzelnen Jobs.

ModellBeispieleDein VorteilDein Risiko
Plattform zahlt aus, behält MargeSpeekly, Influee, Collabstr, InsenseGeld kommt sicher und schnellMarge oft nicht ausgewiesen
Plattform vermittelt nurCreatorJobs, UGC VZ, findasponsor.de0 % Provision, direkter Kundenkontaktkein Zahlungsschutz, du musst mahnen
Creator zahlt Abo für ZugangUGC24, findasponsor.de, CreatorJobs Plusplanbare Kosten, keine Provisiondu zahlst, bevor du verdienst

Der zweite Punkt hat eine sichtbare Folge. CreatorJobs regelt in den AGB ausdrücklich, dass Zahlungsabwicklung und Nutzungsrechte „ausschließlich zwischen Brand und Creator zu regeln" sind. Wie sich das anfühlt, steht in den öffentlichen Bewertungen: Mehrere Creator berichten dort, dass sie trotz 30-Tage-Frist mahnen mussten. Was dann rechtlich gilt — Verzugszinsen, 40-Euro-Pauschale, Mahnbescheid — steht in UGC-Kooperation: Ablauf von der Zusage bis zur Zahlung.

Beim Abo-Modell lohnt eine Rechnung, bevor du buchst: 29,90 Euro im Monat sind 358,80 Euro im Jahr. Bei einem üblichen Honorar von 80 bis 150 Euro für ein 30-Sekunden-Video musst du also drei bis vier Aufträge im Jahr allein für die Plattformgebühr drehen, bevor der erste Euro dir gehört.

Welche Plattform nimmt dich überhaupt an?

Das ist die Frage, die du zuerst klären solltest — bei mehreren großen Anbietern scheiterst du nicht am Portfolio, sondern an einer formalen Hürde. Billo, in vielen englischen Listen der Einstiegstipp, verlangt ausdrücklich einen Wohnsitz in den USA, Kanada, Großbritannien oder Australien. Deutschland ist nicht dabei. Insense setzt 1.000 Follower voraus, Refluenced ebenfalls — dort allerdings nur für Social-Media-Kampagnen.

AnbieterMindestreichweiteWeitere Bedingung
InflueekeineRückmeldung laut Anbieter in 24–48 Stunden
CreatorJobsnicht veröffentlichtBewerbung je Job; unbegrenzte Bewerbungen laut AGB nur im Plus-Abo
UGC VZkeineeigene Preise selbst hinterlegen
UGC24keinelaufendes Abo
SpeeklykeineBewerbungsvideo, Profilprüfung, laut AGB Unternehmereigenschaft
Refluencedkeine für UGC-Kampagnen; 1.000 Follower für Social-Media-Kampagnenöffentliches Profil, Publikumsmehrheit in DACH oder UK
Insense1.000 Follower auf Instagram1 % Engagement, 500 Median-Views auf TikTok, Portfolio
BillokeineWohnsitz USA, Kanada, UK oder Australien; ab 18 Jahren

Die Bedingung bei Speekly wird am häufigsten übersehen: Wer dort arbeiten will, muss laut Creator-AGB Unternehmer sein — also ein Gewerbe oder eine selbstständige Tätigkeit angemeldet haben. Das ist kein Nachteil der Plattform, sondern eine Konsequenz aus dem Gutschriftverfahren. Es heißt aber, dass „ich probiere das mal nebenbei" dort nicht funktioniert.

Wenn du noch keine Reichweite hast: Der Weg ohne Follower ist in UGC-Creator werden beschrieben, die Videos für die Bewerbung in UGC-Portfolio erstellen. Welche Nische dir dabei die meisten Anfragen bringt, steht in Welche Nische als UGC-Creator?.

Was sagen Creator selbst über die deutschen Plattformen?

Uneinheitliches — und das Stimmungsbild ist unterschiedlich aktuell. Wir haben die öffentlichen Bewertungen der beiden größten deutschen Anbieter am 23.09.2026 erneut gelesen. CreatorJobs steht bei 3,5 von 5 Sternen aus 74 Bewertungen, Speekly bei 2,5 von 5 aus 49. Der wichtige Unterschied steht im Kleingedruckten: Bei CreatorJobs kam in zwölf Monaten keine einzige neue Bewertung dazu, bei Speekly waren es 28.

Das heißt für dich: Die CreatorJobs-Kritik unten stammt aus dem Sommer 2024 und muss heute nicht mehr stimmen. Wir lassen sie trotzdem stehen, weil sie das wiederkehrende Thema benennt — aber mit diesem Hinweis.

Vor 4 Monaten z.B war Auftrag A für 650€ ausgeschrieben, jetzt für den gleichen Umfang für 400€.

— Trustpilot-Bewertung zu CreatorJobs, 2 Sterne, 26.08.2024, abgerufen am 23.09.2026

Bei Speekly ist die Verteilung der Bewertungen auffälliger als der Durchschnitt: 51 Prozent vergeben einen Stern, 35 Prozent fünf Sterne, drei Sterne vergibt praktisch niemand (0 Prozent, abgerufen am 23.09.2026). Ein Mittelwert von 2,5 beschreibt also keine mittelmäßige Erfahrung, sondern zwei gegensätzliche. Wer zufrieden ist, lobt die Abwicklung: Eine Bewertung vom 30.01.2026 nennt „eine faire und transparente Struktur", eine zweite vom selben Tag schreibt, „die Abrechnung funktioniert problemlos". Wer unzufrieden ist, kritisiert fast immer die Höhe der Vergütung.

Das sind Einzelmeinungen der jeweiligen Verfasser, keine Erhebung und keine Bewertung unsererseits. Der Muster-Befund daraus taugt trotzdem für deine Entscheidung: Zahlungssicherheit und Honorarhöhe hängen bei diesen Plattformen gegenläufig zusammen. Wer selbst abrechnet, verdient brutto mehr und trägt das Ausfallrisiko.

Lohnt sich ein Abo, um an Aufträge zu kommen?

Nur, wenn du die Kosten gegen echte Aufträge rechnest — und das kannst du erst nach ein paar Monaten. Die Abo-Modelle im deutschen Markt liegen zwischen 5,99 und 29,90 Euro pro Monat. Bei findasponsor.de ist die Listung kostenlos, Nachrichten darfst du auch kostenlos lesen — antworten aber erst mit Abo ab 19,90 Euro monatlich. Das ist die Stelle, an der viele Creator zahlen, ohne es vorher zu wissen. Wie dieselben Plattformen von der anderen Seite aussehen — also was eine Marke zahlt und wer dein Honorar tatsächlich auszahlt —, steht in der CreatorJobs-Alternative für Marken.

AnbieterMonatlichJahrespreisWas ohne Abo geht
CreatorJobs Plus9,99 € (3 Mon.), 7,99 € (6 Mon.), 5,99 € (12 Mon.)–Bewerben ja, laut AGB aber nicht unbegrenzt
findasponsor.de Basis19,90 €199 €Profil sichtbar, Anfragen lesen
findasponsor.de Premium29,90 €299 €siehe oben
UGC2429,90 €, erster Monat 0 €251,16 €Profil anlegen

Preise mit Stand 23.09.2026, findasponsor.de jeweils inklusive Mehrwertsteuer, Quellen unten. Eine ehrliche Faustregel: Ein Abo lohnt sich, wenn du die Plattform ohnehin schon nutzt und die Aufträge nachweislich dort herkommen — nicht als Startinvestition. Für den Anfang ist Direktakquise günstiger und meistens schneller; die Vorlagen dafür stehen in Marke anschreiben als Creator.

Wo steht Creator Pool in diesem Vergleich — ehrlich?

Bei den Kosten für Creator ganz vorn, bei der Größe nicht. Für Creator ist der Creator Pool kostenlos, es gibt keine Provision auf dein Honorar und kein Abo, um dich bewerben zu dürfen — bezahlt wird die Markenseite. Was wir nicht bieten: die Auftragsmenge von CreatorJobs, das seit Jahren am Markt ist. Wer heute jeden Monat zehn Aufträge braucht, ist mit mehreren Plattformen parallel besser bedient.

Der Unterschied liegt woanders: Bei uns steht der Rechteumfang in der Ausschreibung statt in der Rückfrage, und die Marke bekommt kein Verzeichnis zum Durchklicken, sondern konkrete Vorschläge. Offene Anfragen nach Branche sortiert findest du unter UGC-Jobs. Wie eine Bewerbung darauf aussieht, die es auf die Shortlist schafft — samt der sieben Absagegründe, die Marken auswählen können —, steht in UGC-Bewerbung schreiben.

Zwei Dinge, die wir nicht behaupten: Wir kennen keine belastbare Zahl, wie viele UGC-Creator es in Deutschland gibt — die kursierenden Angaben stammen aus Quellen ohne Methodik. Und es gibt in Deutschland keinen offiziellen Honorarreport für UGC; alle Spannen, die zitiert werden, stammen aus Blogs von Anbietern. Deshalb steht in diesem Artikel bei jeder Zahl, woher sie kommt und wann wir sie geprüft haben.

Wie verteilst du dich sinnvoll auf mehrere Plattformen?

Mit zwei Anmeldungen und einem Kalendereintrag. Melde dich bei zwei Plattformen mit unterschiedlichem Modell an — einer, die auszahlt, und einer, die nur vermittelt. So hast du Zahlungssicherheit für den laufenden Betrieb und die höheren Brutto-Honorare der Direktaufträge, ohne von einem einzigen Anbieter abhängig zu sein. Den Kalendereintrag brauchst du für die Abo-Kündigungsfristen.

Eine sinnvolle Reihenfolge für die ersten drei Monate:

  1. Profil und Portfolio zuerst. Drei bis fünf Videos, bevor du dich irgendwo bewirbst. Ohne Beispiele lehnen die Plattformen mit Prüfung ab.
  2. Zwei kostenlose Plattformen mit unterschiedlichem Modell, dazu ein sauberes Media Kit.
  3. Direktakquise parallel. Sie kostet nichts und liefert die Honorare, die keine Plattformmarge tragen.
  4. Erst danach über ein Abo nachdenken — mit den Zahlen der ersten Monate im Rücken.

Eine Möglichkeit fehlt in dieser Aufzählung bewusst, weil sie nicht nach Arbeitszeit bezahlt: das Affiliate-Programm von TikTok Shop. Dort bekommst du Provision pro Verkauf statt ein Honorar pro Video, und die Zugangshürde ist niedriger, als die deutschen Ratgeber behaupten — die Voraussetzungen für Deutschland stehen in TikTok Shop Creator werden.

Was du vor jeder Anmeldung prüfen solltest

Vier Angaben stehen in den AGB, nicht auf der Startseite: Wie viel Prozent behält die Plattform? Zahlt die Plattform aus oder die Marke direkt? Brauchst du ein Gewerbe? Und kostet das Bewerben oder Antworten Geld? Wenn eine dieser Antworten nicht öffentlich zu finden ist, ist das selbst eine Information. Und prüfe die Angaben nach: Unsere eigene Nachkontrolle nach 18 Tagen hat eine Bedingung zutage gefördert, die enger dargestellt war, als sie ist.

FAQ

Häufige Fragen

Welche UGC-Plattform ist für Anfänger ohne Follower geeignet?

Die ohne Reichweiten-Hürde: Influee wirbt ausdrücklich damit, dass keine Follower nötig sind, UGC VZ und UGC24 verlangen ebenfalls keine Mindestreichweite. Refluenced ist für reine UGC-Kampagnen ebenfalls offen — die 1.000-Follower-Grenze dort gilt nur für Social-Media-Kampagnen. Insense fällt für Anfänger aus, Billo nimmt keine Creator mit Wohnsitz in Deutschland an.

Wie viel Provision nehmen UGC-Plattformen?

Das ist selten öffentlich. Collabstr nennt 15 Prozent auf die Creator-Auszahlung, Fiverr 20 Prozent. CreatorJobs, UGC VZ und findasponsor.de geben 0 Prozent Provision an und verdienen über Abos. Speekly und Influee weisen ihren Einbehalt gegenüber Creatorn nicht aus — bei Influee wird der Aufschlag der Markenseite berechnet. Stand 23.09.2026.

Was zahlen die ausgeschriebenen UGC-Aufträge eigentlich?

Bei CreatorJobs lagen die am 23.09.2026 öffentlich sichtbaren Budgets zwischen 225 Euro (Paul Valentine) und 800 Euro (AutoScout24). Achtung: Das ist das Kampagnenbudget, nicht zwingend dein Honorar — es kann mehrere Videos, mehrere Creator oder zusätzliche Nutzungsrechte abdecken.

Kann ich als Creator in Deutschland bei Billo arbeiten?

Nein. Billo verlangt in seinen Anforderungen einen Wohnsitz in den USA, Kanada, Großbritannien oder Australien. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind nicht aufgeführt. Deutschsprachige Listen, die Billo als Einstiegstipp nennen, übernehmen das aus englischen Quellen.

Brauche ich ein Gewerbe, um auf UGC-Plattformen zu arbeiten?

Bei manchen ja. Speekly schreibt in den Creator-AGB, dass Creator ausschließlich Unternehmer sein können — das hängt am Gutschriftverfahren. Ob und wann du ein Gewerbe anmelden musst, ist eine steuerliche Frage und gehört zur Steuerberatung, nicht in diesen Artikel.

Was verdient man pro UGC-Video in Deutschland?

Es gibt keine offizielle Erhebung dazu. Die veröffentlichten Spannen liegen für ein 30-Sekunden-Video zwischen etwa 80 und 250 Euro, je nach Nutzungsrechten — sie stammen aber durchweg von Anbietern und Blogs ohne offengelegte Methodik. Belastbar ist nur, was in konkreten Ausschreibungen steht.

Lohnt sich ein bezahltes Creator-Abo?

Erst, wenn nachweislich Aufträge daraus kommen. 29,90 Euro im Monat sind 358,80 Euro im Jahr — bei 80 bis 150 Euro pro Video also drei bis vier Aufträge nur für die Gebühr. Sinnvoller ist, mit kostenlosen Plattformen und Direktakquise zu starten und nach drei Monaten zu rechnen.

Warum finde ich bei Google nur Artikel für Marken?

Weil Marken die kaufkräftigere Zielgruppe sind und die meisten Anbieter für sie schreiben. Bei „UGC Plattform Vergleich" ranken überwiegend Seiten, die erklären, wie man Creator findet — nicht, wo man als Creator Aufträge bekommt. Ergänze deine Suche deshalb um Wörter wie „für Creator" oder „Gebühren".

Sollte ich mich bei mehreren Plattformen gleichzeitig anmelden?

Ja, aber mit unterschiedlichen Modellen: eine, die dich auszahlt, und eine, die nur vermittelt. Damit hast du Zahlungssicherheit und die höheren Brutto-Honorare gleichzeitig. Achte auf Exklusivitätsklauseln in einzelnen Kampagnen — die betreffen das Produkt, nicht die Plattform.

Quellen

  • CreatorJobs: Allgemeine Geschäftsbedingungen — keine Provision (Ziffer 4.4), Zahlungsabwicklung ausschließlich zwischen Marke und Creator (Ziffer 4.3), Plus-Abo mit unbegrenzten Bewerbungen und Staffelpreisen 5,99/7,99/9,99 € (Ziffern 5.1 und 5.3); abgerufen am 23.09.2026
  • CreatorJobs: Für Creator — öffentlich ausgeschriebene Kampagnenbudgets zwischen 225 € und 800 €; abgerufen am 23.09.2026
  • Speekly: Creator-AGB — Creator können ausschließlich Unternehmer sein, Gutschriftverfahren; abgerufen am 05.09.2026
  • Speekly: Für Creator — Profilprüfung, Bewerbungsvideo, Auszahlung laut Anbieter binnen 48 Stunden, Level Basic/Bronze/Silver; abgerufen am 23.09.2026
  • Influee: For Creators — keine Follower nötig, Rückmeldung in 24–48 Stunden, Auszahlung 5–10 Werktage nach Anforderung; abgerufen am 23.09.2026
  • Refluenced: Für Influencer — 1.000 Follower für Social-Media-Kampagnen, UGC-/Content-only-Kampagnen ohne Reichweiten-Hürde, Publikum in DACH oder UK, Auszahlung in 1–3 Tagen; abgerufen am 23.09.2026
  • UGC24: Preise — Abo 29,90 €/Monat mit erstem Monat gratis, Jahresabo 251,16 € statt 358,80 €, für Marken kostenlos; abgerufen am 23.09.2026
  • findasponsor.de: Für Content Creator — Nachrichten lesen kostenlos, Antworten erst ab Basis-Abo, Basis 19,90 €/Monat bzw. 199 €/Jahr, Premium 29,90 € bzw. 299 € (inkl. MwSt.), 0 % Provision; abgerufen am 23.09.2026
  • UGC VZ — kostenloses Verzeichnis, keine Provision, keine Exklusivität, eigene Preise; abgerufen am 23.09.2026
  • Billo: For Creators — Wohnsitz in USA, Kanada, UK oder Australien erforderlich, ab 18 Jahren, keine Vorerfahrung, keine Mitgliedsgebühr; abgerufen am 23.09.2026
  • Insense: For Creators — 1.000 Instagram-Follower, 1 % Engagement, 500 Median-Views auf TikTok, keine Creator-Gebühr, über 35 Länder inklusive Deutschland; abgerufen am 23.09.2026
  • Collabstr: Supported payout methods — 15 Prozent Kommission auf alle Auszahlungen an Creator; abgerufen am 23.09.2026
  • Fiverr: Your earnings page — Creator erhält 80 Prozent des Auftragswerts, also 20 Prozent Gebühr; abgerufen am 23.09.2026
  • Trustpilot: Bewertungen zu CreatorJobs — 3,5 von 5 Sternen bei 74 Bewertungen, davon 0 in den letzten zwölf Monaten; zitierte Einzelbewertung vom 26.08.2024; abgerufen am 23.09.2026
  • Trustpilot: Bewertungen zu Speekly — 2,5 von 5 Sternen bei 49 Bewertungen, 28 davon in den letzten zwölf Monaten, Verteilung 51 % ein Stern / 35 % fünf Sterne / 0 % drei Sterne; zitierte Einzelbewertungen vom 30.01.2026; abgerufen am 23.09.2026
Über den Autor
Lukas Renner
Geschäftsführer [mediarenner] · Gründer Creator Pool

Lukas Renner führt die Social-Media-Agentur [mediarenner] und betreibt Creator Pool. Er verantwortet seit Jahren Werbekonten bei Meta, Google und LinkedIn für kleine und mittelständische Unternehmen und verhandelt laufend Kooperationen zwischen Marken und Creatorn.

Aufträge statt Theorie

Im Creator Pool suchen Marken aus DACH nach Nano- und Mikro-Creatorn. Ein Profil anzulegen kostet dich nichts – und bleibt kostenlos.