Für Marken

Micro-Influencer finden

Kleine Accounts sind für die meisten Marken der bessere Einstieg: bezahlbar, glaubwürdig und nah an einer klar umrissenen Zielgruppe. Der schwierige Teil ist nicht das Finden, sondern das Prüfen – denn Followerzahlen lassen sich kaufen, Aufmerksamkeit nicht.

Die Größenklassen im Überblick

KlasseFollowerTypische InteraktionsrateWofür geeignet
Nano1.000 – 10.000hocherste Tests, Gifting, sehr enge Nischen, lokale Anbieter
Micro10.000 – 50.000gutder Standardfall: bezahlbar und trotzdem sichtbar
Midi50.000 – 250.000mittelReichweite für Launches, meist über Management
Macroab 250.000niedrigerBekanntheit auf einen Schlag, große Budgets
Die Klasse ist nur die Vorsortierung
Zwei Accounts mit je 20.000 Followern können 800 oder 60.000 Aufrufe pro Video haben. Entscheide nie nach der Klasse, sondern nach den durchschnittlichen Aufrufen der letzten zehn Beiträge.

Echte Reichweite prüfen: die Zehn-Minuten-Kontrolle

Diese sechs Prüfungen brauchen zusammen keine zehn Minuten und sortieren die meisten Problemfälle aus:

PrüfungGutes ZeichenWarnsignal
Aufrufe zu FollowernØ-Aufrufe liegen über der FollowerzahlØ-Aufrufe unter 20 % der Follower
Kommentareganze Sätze, Rückfragen zum Inhaltnur Emojis, „nice“, „great post“ von fremdsprachigen Konten
Verhältnis Likes zu Kommentarenungefähr 20 bis 100 Likes je Kommentartausende Likes, praktisch keine Kommentare
Followerwachstumgleichmäßiger AnstiegSprünge von mehreren tausend an einzelnen Tagen
Herkunft der Followerschaftpasst zur Sprache der Beiträgedeutschsprachige Inhalte, Publikum überwiegend außerhalb Europas
Beitragsrhythmusregelmäßig, mindestens wöchentlichmonatelange Lücken, danach plötzlich viele Kooperationen

Am schnellsten geht es, wenn der Creator seine Werte selbst freigibt. Auf Creator Pool verbinden Creator ihr Instagram-, TikTok- oder YouTube-Konto per offiziellem Login – die Followerzahlen kommen dann direkt von der Plattform statt aus einem Screenshot. Solche Profile sind als geprüft gekennzeichnet.

Passung schlägt Reichweite

Ein Creator mit 4.000 Followern in genau deiner Nische bringt in der Regel mehr als einer mit 40.000 quer durch alle Themen. Prüfe in dieser Reihenfolge:

  1. Thema: Passt das Produkt in den bisherigen Inhalt, ohne erklärt werden zu müssen?
  2. Publikum: Alter, Region, Sprache – wer schaut tatsächlich zu?
  3. Tonfall: Passt die Art zu sprechen zu deiner Marke?
  4. Umfeld: Welche Marken hat er zuletzt beworben – Konkurrenz? Zu viel Werbung?
  5. Verlässlichkeit: Antwortet er zügig und hält er Absprachen ein?
Ein Blick, den viele vergessen
Sieh dir an, wie oft der Account Werbung macht. Wer jeden zweiten Beitrag als Kooperation kennzeichnet, hat bei seiner Community an Glaubwürdigkeit verloren – die Empfehlung wirkt dann weniger, egal wie gut die Zahlen aussehen.

Anfrage schreiben, die beantwortet wird

ElementSchlechtGut
Einstieg„Hey, wir würden gern kooperieren“„Wir sind [Marke], wir stellen [Produkt] her“
Leistung„ein bisschen Content“„1 Reel 20–30 Sek. + 3 Story-Frames“
Budgetkeine Angabe„250 € plus Produkt“
Zeitraum„demnächst“„Veröffentlichung in KW 38“
Warum duTextbaustein für alleein Satz zu einem konkreten Beitrag von ihm

Die Budgetangabe ist der wichtigste Punkt. Anfragen ohne Zahl werden am häufigsten ignoriert, weil sie nach Gratisarbeit klingen.

Wenn du weiterdenken willst

FAQ

Häufige Fragen

Ab wie vielen Followern spricht man von einem Micro-Influencer?

Üblich ist die Spanne von 10.000 bis 50.000 Followern. Darunter liegen Nano-Influencer mit 1.000 bis 10.000. Die Grenzen sind nicht genormt – manche Quellen ziehen die Linie bei 100.000. Wichtiger als das Etikett sind die tatsächlichen Aufrufe.

Warum performen kleine Accounts oft besser als große?

Sie haben in der Regel eine höhere Interaktionsrate und eine engere Bindung zu ihrer Community. Empfehlungen wirken dort eher wie ein Tipp von Bekannten als wie Werbung. Dazu kommt: Für das Budget eines großen Accounts bekommst du mehrere kleine – das bringt mehr Content-Varianten und verteilt das Risiko.

Wie erkenne ich gekaufte Follower?

Achte auf das Verhältnis von Aufrufen zu Followern, auf Kommentare aus generischen Konten, auf sprunghaftes Followerwachstum und auf eine Followerschaft aus Ländern, die nicht zur Sprache des Accounts passt. Die Warnsignal-Tabelle auf dieser Seite fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Wie viele Micro-Influencer brauche ich für eine Kampagne?

Für einen ersten Test reichen drei bis fünf im selben Zeitraum. Damit siehst du, welche Zielgruppen und welche Botschaften funktionieren, ohne dass ein einzelner schwacher Beitrag die ganze Kampagne kippt.

Soll ich lieber viele kleine oder einen großen Creator buchen?

Für kleine und mittlere Marken fast immer viele kleine. Du bekommst mehr Material zum Testen, sprichst unterschiedliche Nischen an und zahlst pro erreichter Person meist weniger. Ein großer Name lohnt sich vor allem, wenn es um Bekanntheit auf einen Schlag geht.

Wie spreche ich Micro-Influencer an, ohne ignoriert zu werden?

Konkret und mit Zahlen: Wer du bist, was genau du möchtest, welcher Zeitraum, welches Honorar. Anfragen ohne Budgetangabe werden am häufigsten ignoriert, weil sie nach unbezahlter Arbeit klingen.

Loslegen kostet nichts

Konto anlegen, passende Creator ansehen, Anfrage schreiben – alles kostenlos. Bezahlt wird erst, wenn eine Kooperation zustande kommt.