Lohnt sich UGC als Creator — kurz gerechnet?
Ab etwa 70 Euro pro Video, alles darunter rechnet sich für Einsteiger meistens nicht. Ein fertiges UGC-Video kostet nach Angaben mehrerer deutscher Ratgeber vier bis acht Stunden. Bei 30 Euro Honorar und fünf Stunden Arbeit bleiben 6 Euro pro Stunde — vor Steuern, vor Sozialabgaben und ohne die Produkte, die man teilweise selbst kauft. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro.
Das ist die Rechnung, die in fast keinem deutschen Ratgeber zu diesem Thema steht. Wir haben für diese Seite 15 deutschsprachige Seiten geprüft, die Google zu „lohnt sich ugc creator" und „wie viel verdient man als ugc creator" ausspielt: Nur drei davon teilen das Honorar überhaupt durch die Arbeitszeit. Alle anderen nennen Honorarspannen — 50 bis 200 Euro, 100 bis 500 Euro — und lassen die Stundenfrage offen. Zwölf der fünfzehn Seiten sind durchweg positiv, und die meisten davon verkaufen Kurse, Weiterbildungen oder Vermittlung.
Creator Pool ist selbst eine Plattform, auf der Marken Creator buchen. Wir haben also ein Interesse daran, dass Menschen UGC machen. Genau deshalb steht die Rechnung hier vollständig da, auch die Zeilen, in denen sie negativ ausgeht. Alle Honorarangaben stammen aus öffentlich einsehbaren Quellen mit Datum, nicht aus unserer eigenen Datenbank.
Wie viele Stunden stecken wirklich in einem UGC-Video?
Vier bis acht Stunden, je nach Anzahl der Korrekturschleifen. Diese Spanne ist der einzige Wert, der sich über mehrere unabhängige deutsche Quellen decken lässt: Fortoga nennt „mindestens vier Stunden", Skill Sprinters rechnet mit vier bis sieben Stunden Produktion, ein Kalkulationsbeispiel von Flintery legt fünf Stunden zugrunde. Die reine Drehzeit ist dabei der kleinste Block.
Allein für eine einfache Kooperation solltest du mindestens vier Stunden einplanen. … Wenn du nur den Mindestlohn berechnest, sollte dein Video schon mindestens 50 € kosten – hier kommen noch Steuern und Abgaben drauf.
Der Satz ist richtig gerechnet — aber mit einem veralteten Mindestlohn. Mit 13,90 Euro sind aus den „mindestens 50 €" inzwischen 55,60 Euro geworden. Wie sich die vier bis acht Stunden verteilen, gibt keine der Quellen an. Die folgende Aufteilung ist ein Erfahrungswert aus der Kampagnenbetreuung von [mediarenner], keine erhobene Zahl:
| Arbeitsschritt | Zeit (Erfahrungswert) | Wird bezahlt? |
|---|---|---|
| Briefing lesen, Rückfragen klären | 0,5–1 Std. | im Honorar enthalten |
| Skript und Einstellungen planen | 1–1,5 Std. | im Honorar enthalten |
| Aufbau, Licht, Dreh | 1–2 Std. | im Honorar enthalten |
| Schnitt, Untertitel, Export | 1,5–2,5 Std. | im Honorar enthalten |
| Korrekturschleifen | 0,5–2 Std. | meist eine inklusive, weitere selten vergütet |
| Rechnung, Ablage, Buchhaltung | 0,25 Std. | nie |
| Summe | 4,75–9,25 Std. |
Was bleibt pro Stunde übrig?
Bei den Honoraren, die deutsche Plattformen und Ratgeber nennen, zwischen 3,75 und 125 Euro pro Stunde — die Spanne ist also größer als die Honorarspanne selbst. Entscheidend ist nicht der Preis pro Video, sondern der Preis geteilt durch die Stunden. Die folgende Tabelle rechnet die belegten Honorarstufen gegen die belegte Zeitspanne. Alles unter der Linie liegt unter dem Mindestlohn.
| Honorar pro Video | 4 Stunden | 5 Stunden | 8 Stunden |
|---|---|---|---|
| 30 € (Plattform-Untergrenze, Speekly) | 7,50 €/Std. | 6,00 €/Std. | 3,75 €/Std. |
| 50 € (Einstieg, sevdesk) | 12,50 €/Std. | 10,00 €/Std. | 6,25 €/Std. |
| 100 € (Einsteiger-Empfehlung, Fortoga) | 25,00 €/Std. | 20,00 €/Std. | 12,50 €/Std. |
| 200 € (oberes Einsteigerband, sevdesk) | 50,00 €/Std. | 40,00 €/Std. | 25,00 €/Std. |
| 500 € (Ausnahme, creationell) | 125,00 €/Std. | 100,00 €/Std. | 62,50 €/Std. |
| Mindestlohn 2026: 13,90 €/Std. | ab 55,60 € | ab 69,50 € | ab 111,20 € |
Zwei Zeilen dieser Tabelle sind der ganze Artikel. Bei 30 bis 50 Euro pro Video arbeitest du in jeder Zeitvariante unter Mindestlohn. Ab 100 Euro trägt es sich, solange du unter fünf Stunden bleibst. Und der Vergleichsmaßstab für Selbstständige ist eigentlich ein anderer: Der Freelancer-Kompass 2026 weist für deutsche Freelancer einen durchschnittlichen Stundensatz von 103 Euro aus — aus dem Urlaub, Krankheit, Akquise und Altersvorsorge bezahlt werden müssen.
Was verdient ein UGC-Creator im Monat?
Für Deutschland gibt es dazu keine einzige erhobene Zahl — international immerhin drei nachprüfbare Datenpunkte, die im übernächsten Abschnitt stehen. Die öffentlich auffindbaren Angaben reichen für dieselbe Rolle, im selben Markt und im selben Jahr von 1.000 bis 9.000 Euro brutto im Monat — das ist ein Faktor 9. Wir haben am 07.09.2026 die zehn Seiten geprüft, die Google zu „was verdient ein ugc creator" ausspielt. Keine davon nennt eine Stichprobe, eine Fallzahl oder eine Erhebungsmethode.
| Quelle | Angabe zum Monatsverdienst | Angegebene Basis | Stand |
|---|---|---|---|
| Skill Sprinters | Median Vollzeit „3.500 bis 6.000 Euro brutto im Monat" | „Beobachtungen" | 21.05.2026 |
| Skill Sprinters (zweiter Artikel) | Phase 2: 500–1.500 € · Phase 4: 3.000–7.000 € | Beispielprofile | 11.04.2026 |
| UGC University | Monat 1–2: 0–500 € · ab Monat 12: „3.000-9.000€+" | eigene Praxis, „450+ Teilnehmerinnen" | 19.05.2026 |
| sevdesk | „zwischen 500 und 5.000 Euro monatlich", bei regelmäßigen Aufträgen 1.000–2.500 € | keine | 27.03.2026 |
| distart | „zwischen 1.000 € und 3.000 € pro Monat" bei Retainer | keine | 22.08.2023 |
Der zweite Befund der Auswertung erklärt die Streuung: Neun der zehn geprüften Seiten verdienen selbst daran, dass die Zahl hoch aussieht — sie verkaufen Kurse, Weiterbildungen mit Bildungsgutschein oder Vermittlung. Das macht die Angaben nicht automatisch falsch, aber es macht sie ungeeignet als Planungsgrundlage.
Gibt es überhaupt Honorarzahlen mit einer Stichprobe?
Ja — aber keine deutsche. Drei Quellen nennen eine Fallzahl oder eine überprüfbare Grundlage, und alle drei liegen deutlich unter dem, was die deutschen Ratgeber versprechen. Sie rechnen in US-Dollar und beschreiben Marktplätze, nicht den gesamten Markt. Trotzdem sind es die einzigen Zahlen auf dieser Seite, bei denen man weiß, woraus sie entstanden sind.
| Quelle | Zahl | Grundlage | Stand |
|---|---|---|---|
| Collabstr, Influencer Marketing Report | Durchschnittspreis einer UGC-Zusammenarbeit 198,06 $, ein Rückgang um 44,37 % gegenüber dem Vorjahr | über 15.000 Zusammenarbeiten, 262.000 Pakete, 100.000 Creator | 06.02.2025 |
| Collabstr, Folgereport | Median 150 $ je UGC-Stück; rund 80 % aller Abschlüsse unter 300 $ | über 21.000 Zusammenarbeiten | 2026 |
| Influee, Länderseite Deutschland | Durchschnitt 79 $ für ein 30-Sekunden-Video von Creatorn aus Deutschland; die 14 dort gelisteten Profile verlangen zwischen 21 und 66 $ | öffentliche Preisangaben der Creator | abgerufen 15.09.2026 |
| Billo, Hilfebereich für Creator | rund 500 $ im Monat im Durchschnitt, aktive Creator das Zwei- bis Dreifache; Auszahlung ab 30 $ je 15-Sekunden-Video | Angabe der Plattform über ihre eigenen Creator | abgerufen 15.09.2026 |
Zwei Dinge sind daran bemerkenswert. Erstens: Der Median von 150 $ liegt näher an der Plattform-Untergrenze als an den 100 bis 300 Euro, die deutsche Ratgeber für Einsteiger nennen. Zweitens: Die einzige öffentlich genannte Monatszahl einer Plattform liegt bei rund 500 $ — nicht bei 3.500 Euro. Wer sein Einkommen plant, sollte mit diesen Zahlen rechnen und die Ratgeberspannen als das behandeln, was sie sind: Wunschpreise ohne Stichprobe.
Die Entwicklung erklärt auch, warum die Honorare unter Druck stehen: Laut Collabstr ist der Anteil der Creator, die UGC anbieten, binnen eines Jahres von 26 auf 66 Prozent gestiegen. Das Angebot wächst schneller als die Nachfrage — und genau deshalb entscheidet nicht mehr der Preis über den Zuschlag, sondern die Qualität des Materials. Der Preisdruck kommt dabei von anderen Creatorn, nicht von künstlicher Intelligenz: Die Zahlen dazu stehen in Ersetzt KI die UGC-Creator?. Woran Marken das festmachen, steht in Warum du keine UGC-Aufträge bekommst.
Wie viele Aufträge pro Monat sind realistisch?
Das ist die Zahl, an der jede Monatsrechnung hängt — und die einzige, für die es überhaupt einen überprüfbaren Datenpunkt gibt. Keine deutsche Plattform veröffentlicht, wie viele Aufträge ein durchschnittlicher Creator im Monat bekommt. Die meistzitierte Angabe „12 bis 25 Videos pro Monat" stammt von einem Bildungsträger und nennt keine Quelle.
Öffentlich nachprüfbar ist dagegen die Angabe eines Creators, der seine Bilanz selbst offengelegt hat: über 90 abgeschlossene Aufträge in einem Jahr auf einer einzigen Plattform, also rund sieben bis acht pro Monat. Sein Fazit fällt trotz dieser hohen Auftragszahl nüchtern aus:
Man kommt zwar problemlos an Aufträge, die sind aber so unterdurchschnittlich bezahlt, dass man Fließband Creator werden müsste, um damit langfristig viel Geld zu machen.
Mit dieser Frequenz lässt sich rechnen, statt zu schätzen. Die Tabelle nimmt sieben bis acht Aufträge im Monat an — eine Auslastung, die schon über dem liegt, was die meisten Einsteiger erreichen — und multipliziert sie mit den belegten Honorarstufen:
| Honorar pro Video | 4 Aufträge/Monat | 8 Aufträge/Monat | 15 Aufträge/Monat |
|---|---|---|---|
| 30 € (Plattform-Untergrenze) | 120 € | 240 € | 450 € |
| 50 € (Einstieg) | 200 € | 400 € | 750 € |
| 100 € (Einsteiger-Empfehlung) | 400 € | 800 € | 1.500 € |
| 200 € (oberes Einsteigerband) | 800 € | 1.600 € | 3.000 € |
Das sind Umsätze, keine Gewinne — Steuern, Sozialabgaben und Betriebskosten gehen davon noch ab. Und 15 Videos im Monat sind bei vier bis acht Stunden pro Video zwischen 60 und 120 Arbeitsstunden. Wer die 3.500 bis 6.000 Euro aus den Ratgebern erreichen will, braucht dafür entweder Honorare deutlich über 200 Euro oder eine Auftragszahl, für die es keinen einzigen öffentlichen Beleg gibt.
Zum Einordnen hilft der Angestellten-Vergleich, auch wenn er eine andere Rolle beschreibt: Für den Beruf „Content Creator" nennt Indeed einen Durchschnitt von 37.241 Euro brutto im Jahr, also rund 3.100 Euro im Monat — auf Basis von 131 Gehaltsangaben, Stand 28.08.2026. Gehalt.de kommt auf 44.230 Euro im Jahr, StepStone auf einen Median von 36.500 Euro; beide weisen keine Fallzahl aus. Einen eigenen Datensatz für UGC-Creator führt keines der Portale — die Rolle ist dort schlicht nicht erfasst.
Gilt der Mindestlohn für UGC-Creator überhaupt?
Nein, rechtlich nicht. Der gesetzliche Mindestlohn gilt für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, nicht für Selbstständige — und als UGC-Creator arbeitest du selbstständig. Er ist hier ein Vergleichsmaßstab, keine Untergrenze, die jemand für dich durchsetzt. Genau deshalb ist er nützlich: Er sagt dir, wo die Grenze liegt, unterhalb derer sich Arbeit in Deutschland grundsätzlich nicht mehr lohnt.
Die Höhe steht in der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung, verkündet im Bundesgesetzblatt am 07.11.2025: 13,90 Euro brutto je Zeitstunde seit dem 1. Januar 2026, 14,60 Euro ab dem 1. Januar 2027. Wer heute eine Untergrenze festlegt, sollte den Wert für 2027 gleich mitdenken — bei fünf Stunden pro Video steigt sie damit von 69,50 auf 73 Euro. Wer diese Sätze als Selbstständiger ansetzt, rechnet außerdem zu knapp — Steuern, Kranken- und Rentenversicherung kommen bei dir noch heraus, beim Arbeitnehmer nicht. Rechtsstand: 07.09.2026. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung; verbindlich antworten dein Finanzamt oder eine Steuerberatung.
Warum widersprechen sich die Zahlen im Netz so stark?
Weil Ratgeber Wunschpreise nennen und Plattformen Festpreise zahlen. Die Ratgeber sprechen von 100 bis 300 Euro für Einsteiger, die Plattformen beginnen bei 30 Euro. Beides steht nebeneinander, ohne dass jemand die Lücke erklärt. Wie unscharf es zugeht, zeigt eine einzelne Seite: Auf der Creator-Seite von Speekly stehen am selben Tag zwei verschiedene Mindestbeträge.
| Quelle | Angabe zum Mindesthonorar | Abgerufen |
|---|---|---|
| speekly.de/creator, Abschnitt 1 | „Der Mindestbetrag pro Auftrag startet bei 50€" (15 Sek., ohne Extras, Basic-Level) | 02.09.2026 |
| speekly.de/creator, Abschnitt 2 | „Der Mindestbetrag, den du für einen Auftrag erhalten kannst, sind 30 €" (15 Sek., ohne Extras) | 02.09.2026 |
| sevdesk-Ratgeber | 50–200 € für Einsteiger | 02.09.2026 |
| creationell (Markensicht, Einkaufspreis) | 100–500 € pro Video | 02.09.2026 |
Beide Speekly-Angaben beschreiben dasselbe Produkt: ein Video von 15 Sekunden ohne Extras. Sie unterscheiden sich um 67 Prozent. Das ist kein Vorwurf an einen einzelnen Anbieter, sondern der Normalzustand eines Marktes ohne Preistransparenz — und der Grund, warum du deine eigene Rechnung brauchst, bevor du zusagst.
Wie viel vom Preis der Marke landet bei dir?
Zwischen einem Viertel und knapp der Hälfte — nachrechnen lässt sich das bei Speekly, weil beide Seiten öffentlich stehen. Die Marke zahlt dort für ein Video bis 15 Sekunden 119 Euro netto, für 30 Sekunden 139 Euro und für 90 Sekunden 159 Euro (Stand 15.09.2026). Der Creator bekommt für dasselbe 15-Sekunden-Video nach Angabe derselben Website mindestens 50 Euro — an anderer Stelle 30 Euro.
| Was die Marke zahlt | Was der Creator mindestens bekommt | Anteil beim Creator |
|---|---|---|
| 119 € (bis 15 Sek.) | 50 € (Angabe 1) | 42 % |
| 119 € (bis 15 Sek.) | 30 € (Angabe 2) | 25 % |
Das ist keine Anklage — eine Plattform, die Kunden bringt, Zahlung absichert und Streit klärt, darf daran verdienen. Es ist aber die Zahl, die du brauchst, wenn du zwischen Plattform und Direktkunde abwägst: Bei Direktkunden verhandelst du über den vollen Betrag und trägst dafür Akquise und Ausfallrisiko selbst.
Ein zweiter Posten steckt in derselben Preisliste, und der ist für Creator lehrreich: Untertitel kosten die Marke dort 29 Euro extra, eine zusätzliche Hook 29 Euro, ein Skript 39 Euro, Rohmaterial 49 Euro. Das sind genau die Arbeitsschritte, die viele Creator kostenlos mitliefern, ohne sie zu benennen. Wer sie im Angebot einzeln aufführt, verkauft dieselbe Arbeit sichtbar — der Rechenweg dazu steht in UGC-Preise als Creator.
Was kostet dich die Zeit, für die niemand zahlt?
Bewerbungen, abgelehnte Probevideos und Wartezeit auf Produkte tauchen in keiner Honorartabelle auf, kosten aber real Stunden. Wie viel, dazu gibt es keine belastbare deutsche Erhebung — wohl aber öffentliche Schilderungen. Wir haben am 02.09.2026 die zwanzig Bewertungen ausgewertet, die Trustpilot auf der ersten Seite zur UGC-Plattform Speekly anzeigt. Wie lange die einzelnen Schritte dauern und ab wann eine Marke offiziell in Verzug ist, rechnet UGC-Kooperation: Ablauf von der Zusage bis zur Zahlung in Tagen durch.
Ergebnis der Auszählung: In zehn der zwanzig Bewertungen geht es um ein abgelehntes Bewerbungs- oder Vorstellungsvideo; in fünf davon wird anschließend ein kostenpflichtiger Kurs für 249 bis 250 Euro erwähnt. Acht der zwanzig Bewertungen sind positiv. Der Gesamtwert liegt bei 2,5 von 5 Sternen aus 49 Bewertungen, davon 51 Prozent mit einem Stern und 35 Prozent mit fünf Sternen. Es sind Nutzerstimmen, keine geprüften Tatsachen — Trustpilot weist selbst darauf hin, Bewertungen nicht auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.
Bei über 100 Jobs hab ich mich schon beworben, was mir Zeit und Mühen gekostet hat, alles pfutsch.
Am aussagekräftigsten ist eine Bewertung, die insgesamt positiv ausfällt. Ein Creator mit über 90 abgeschlossenen Aufträgen schreibt:
Man kommt zwar problemlos an Aufträge, die sind aber so unterdurchschnittlich bezahlt, dass man Fließband Creator werden müsste, um damit langfristig viel Geld zu machen. Dazu gibt man bei jedem Video lebenslange Nutzungsrechte für seine Videos ab – langfristig auch schwierig.
Das ist die ehrlichste Zusammenfassung des Geschäfts, die wir öffentlich gefunden haben: Aufträge sind das Problem nicht. Der Preis pro Stunde ist es.
Was ändern Nutzungsrechte an der Rechnung?
Sie sind der Hebel, der aus einem Verlustgeschäft ein tragfähiges macht — oder umgekehrt. Ein Video, das eine Marke unbegrenzt und für bezahlte Werbung nutzen darf, ist deutlich mehr wert als eines für einen einmaligen organischen Post. Die Aufschläge sind allerdings nirgends einheitlich geregelt, die veröffentlichten Spannen weichen stark voneinander ab.
| Zusatz | Aufschlag laut Fortoga (Creator-Sicht) | Aufschlag laut creationell (Markensicht) |
|---|---|---|
| Paid Social, 1 Monat | + 20 % | – |
| Paid Social, 6 Monate | + 50–100 % | – |
| Exklusive Nutzungsrechte / Buyout | – | + 30–100 % |
| Rohmaterial mitgeliefert | + 50–100 % | – |
| Zusätzliche Hooks | + 25–50 % | – |
Praktische Folge für die Stundenrechnung: Wer 30 Euro für ein Video nimmt und dabei zeitlich unbegrenzte Rechte abgibt, verkauft nicht ein Video, sondern jede zukünftige Verwendung davon. Wie du Nutzungsrechte in eine Preisangabe übersetzt, steht in Was kostet ein Influencer-Post?; die Vertragspunkte, die vorher geklärt sein müssen, in der Kooperations-Checkliste. Was genau du dabei abgibst — und warum ein Buyout „für immer" in Deutschland weniger endgültig ist, als er klingt —, steht in Nutzungsrechte bei UGC.
Für wen lohnt sich UGC dann noch?
Für drei Gruppen rechnet es sich verlässlich, für eine nicht. Es lohnt sich, wenn du schnell drehst und schneidest, wenn du Aufträge direkt statt über eine Zwischenstufe bekommst, oder wenn du das Handwerk lernst und die niedrigen Sätze bewusst als Ausbildung verbuchst. Es lohnt sich nicht, wenn du jedes Video wie einen Werbefilm baust und dafür Plattform-Mindestsätze nimmst.
- Rechnet sich: Du brauchst unter fünf Stunden pro Video und liegst über 100 Euro. Das ergibt mindestens 20 Euro pro Stunde.
- Rechnet sich: Du arbeitest wiederholt für dieselbe Marke. Ab dem dritten Video entfällt die Einarbeitung, die Stundenzahl sinkt bei gleichem Honorar.
- Rechnet sich als Ausbildung: Die ersten drei bis fünf Videos sind Lehrgeld. Danach musst du die Preise anheben, sonst bleibt es Lehrgeld.
- Rechnet sich nicht: Acht Stunden pro Video bei 30 bis 50 Euro Honorar, mit selbst gekauften Produkten und unbegrenzten Nutzungsrechten.
Der größte Einzelhebel ist nicht der Preis, sondern der Weg zum Auftrag. Wer sich auf 100 Ausschreibungen bewirbt und zehn bekommt, arbeitet die Akquise unbezahlt mit. Offene Anfragen von Marken findest du bei uns unter UGC-Jobs, nach Branche sortiert — die Aufnahme in den Creator Pool ist für Creator kostenlos, und wir nehmen keine Gebühr von deinem Honorar.
Es gibt einen zweiten Weg, der nicht nach Arbeitszeit bezahlt, sondern nach Verkäufen: Provisionen über TikTok Shop. Die Rechnung sieht dort völlig anders aus, weil du in Vorleistung gehst und erst hinterher weißt, ob sie sich gelohnt hat — welche Voraussetzungen in Deutschland wirklich gelten, steht in TikTok Shop Creator werden.
Den vollständigen Rechenweg dazu — von der eigenen Untergrenze über den Marktpreis bis zum Aufschlag für Nutzungsrechte — haben wir in UGC-Preise als Creator in vier Schritte aufgeteilt.
Wie kommst du auf einen Preis, der trägt?
Rechne rückwärts, nicht vorwärts. Setze den Stundensatz an, den du brauchst, multipliziere ihn mit deiner ehrlichen Stundenzahl, schlage Nutzungsrechte auf und nenne das Ergebnis als Spanne. Wer stattdessen fragt „was zahlt ihr denn?", bekommt den Plattform-Mindestsatz genannt — der ist immer die untere Kante, nie die Mitte.
Ein Beispiel mit einem Zielstundensatz von 25 Euro: 5 Stunden × 25 Euro = 125 Euro Grundpreis. Plus 20 Prozent für einen Monat Paid Social = 150 Euro. Diese Zahl nennst du, mit Lieferzeit und einer inklusiven Korrekturschleife. Wie du das in eine erste Nachricht packst, steht in Marke anschreiben als Creator. Und wenn du noch keine Arbeitsproben hast, drehst du sie nach den fünf Skripten aus UGC-Portfolio erstellen, bevor du über Preise verhandelst.
Wenn statt eines Honorars ein Produkt oder eine Provision angeboten wird, gilt dieselbe Stundenrechnung — nur mit einem Zwischenschritt: Honorar, Barter oder Provision rechnet beide Formen auf den Mindestlohn zurück. Wie viele Follower du dafür brauchst, ist eine andere Frage als die nach dem Preis — die Antwort mit Zahlen steht in Ab wie vielen Followern bekommt man Kooperationen?. Für den grundsätzlichen Einstieg ins Format ist UGC-Creator werden der Ausgangspunkt.