Was verdient man wirklich als Produkttester?
Meist wenig bis nichts in Geld. Die übliche Spanne liegt bei 10 bis 30 Euro pro Test, häufiger sind die niedrigeren Beträge. Nur bei aufwendigeren Tests – etwa Spieletests – werden gelegentlich über 100 Euro genannt. Bei vielen Anbietern gibt es gar kein Geld, sondern nur das Produkt selbst oder einen Gutschein.
Gerechnet auf den tatsächlichen Zeitaufwand – Bewerbung, Warten, Testen, Feedback schreiben – bleibt oft weniger als der Mindestlohn übrig. Seit dem 1. Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland bei 13,90 Euro brutto je Stunde, ab dem 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Ein 30-Euro-Test, für den man zwei bis drei Stunden aufwendet, unterschreitet diese Marke schnell.
Wer „Produkttester werden" sucht, will meistens dasselbe wie jemand, der als UGC-Creator startet: Produkte zu Hause testen und dabei Geld verdienen. Die Suchergebnisse zu „Produkttester werden" beantworten aber praktisch immer nur die klassische Variante – Punkte sammeln, Produkt behalten, kaum Bargeld. Diese Seite zeigt die zweite, bezahlte Variante daneben, mit echten Honoraren aus unserem eigenen Preismodell.
Welche Produkttester-Portale zahlen Geld, und welche nur mit Produkten?
Von den gängigen Anlaufstellen zahlt nur eine Minderheit in Geld. Hersteller-Testclubs wie dm, REWE oder Amazon Vine geben ausschließlich das Produkt. Geld gibt es bei Marktforschungs- und Umfrageportalen, dort aber in kleinen Beträgen: 1 bis 6 Euro pro Umfrage, 5 bis 50 Euro pro Studie. Die folgende Tabelle führt die verstreuten Angaben erstmals zusammen.
| Anbieter / Typ | Was es gibt | Betrag laut Anbieter-Ratgebern |
|---|---|---|
| dm Produkttester, Home Tester Club | Nur das Produkt | 0 Euro |
| REWE Produkttests | Nur das Produkt, es darf behalten werden | 0 Euro |
| Amazon Vine | Nur das Produkt, ausschließlich auf Einladung | 0 Euro |
| Mingle, Meinungsort | Geld | 2,50 bis 5 Euro pro Test |
| Consumer-Opinion, vergleichbare Umfragepanels | Geld | 1 bis 6 Euro pro Umfrage |
| Keypanel | Punkte, Auszahlung erst ab 1.000 Punkten | 100 Punkte = 1 Euro, Auszahlung ab 10 Euro |
| Marktforschungsstudien (Panels) | Geld | 5 bis 50 Euro pro Studie |
| Freecash (Sonderaufträge) | Geld, aber selten vergeben | bis 182 Euro pro Auftrag |
| Bezahlter UGC-Auftrag | Honorar plus Produkt | ab 50 Euro pro Video, Einstiegsband bis rund 200 Euro |
Basis: eigene Zusammenstellung aus vier deutschen Ratgeberquellen, alle am 18.09.2026 erneut abgerufen und erreichbar (HTTP 200). Die Beträge sind die Angaben der jeweiligen Quelle, keine von uns erhobenen Werte – wir führen sie nur erstmals in einer Tabelle zusammen, statt sie auf acht Seiten verteilt zu lassen.
Zwei Einordnungen dazu: Die häufig zitierten „100 bis 400 Euro im Monat" bei elterngeld.de gelten ausdrücklich nur, wenn man bei vielen Anbietern gleichzeitig angemeldet und dauerhaft aktiv ist. Und die 182 Euro bei Freecash sind ein Höchstwert für Sonderaufträge, kein üblicher Testbetrag.
Warum bekommt man bei den meisten Anbietern gar kein Geld?
Weil klassische Produkttest-Portale das Feedback verkaufen, nicht das Video. Hersteller wie dm, REWE oder Amazon Vine wollen Meinungen zur Produktentwicklung – dafür reicht ihnen ein ausgefüllter Fragebogen, und das Produkt selbst ist die übliche Gegenleistung. Nur Marktforschungsportale zahlen tatsächlich in Geld, meist wenige Euro pro Test.
Die Differenz ist kein Zufall: Bei klassischen Portalen bist du einer von tausenden Testern, austauschbar. Bei einem UGC-Auftrag lieferst du ein fertiges Video, das die Marke direkt in Anzeigen einsetzt – das ist eine andere Leistung und wird entsprechend anders bezahlt.
Wie lange dauert es, bis man als Produkttester ausgewählt wird?
Das lässt sich nicht planen, weil die Auswahl bei den großen Testclubs meist per Auslosung läuft. Bei REWE-Produkttests werden je Produkt bis zu 10.000 Testplätze vergeben – entsprechend viele Bewerbungen stehen dagegen. Neue Tester bekommen laut den Anbieter-Ratgebern gerade in der Anfangszeit spürbar weniger Tests zugeteilt; erst wer zuverlässig Feedback liefert, wird häufiger berücksichtigt.
Praktisch heißt das: Du bewirbst dich auf gut Glück und wartest. Genau das ist der Unterschied zu einem UGC-Auftrag, bei dem eine Marke eine feste Anzahl Videos sucht und die ausgewählten Creator ein vereinbartes Honorar bekommen. Wie dieser Ablauf von der Zusage bis zur Zahlung aussieht, steht in UGC-Kooperation: Ablauf von der Zusage bis zur Zahlung.
Woran erkennst du ein unseriöses Produkttester-Angebot?
An Beträgen, die nicht zur Leistung passen. Warnsignale sind Versprechen wie „80 Euro pro getestetem Produkt" ohne genannte Gegenleistung oder „500 Euro im Monat als Produkttester". Ebenso verdächtig: Vorkasse, Bearbeitungsgebühren, ein Pflicht-Abo oder die Aufforderung, Ausweisdaten vor jedem Vertrag zu schicken. Seriöse Anbieter verlangen kein Geld dafür, dass du für sie arbeitest.
Die gleiche Prüfung gilt für Kooperationsanfragen, die per Direktnachricht kommen – dort sind die Maschen ausgefeilter. Die konkreten Erkennungsmerkmale stehen in Unseriöse Kooperationsanfragen erkennen.
Was ist der Unterschied zwischen Produkttests und bezahlten UGC-Aufträgen?
Der Aufwand ist fast identisch, das Ergebnis nicht. Bei beidem bekommst du ein Produkt, testest es und hältst deine Erfahrung fest. Der Unterschied: Ein UGC-Creator liefert ein geschnittenes, verwendbares Video statt eines Freitextfeedbacks – und genau dafür zahlen Marken, weil sie das Video für eigene Werbeanzeigen brauchen.
Was das konkret bedeutet, zeigt der Vergleich der Untergrenzen – kein Trinkgeld pro Fragebogen, sondern ein Honorar pro fertigem Video:
| Vergütung | Was du dafür lieferst | Quelle und Stand |
|---|---|---|
| 0 Euro, nur das Produkt | Fragebogen oder Bewertung | dm, REWE, Amazon Vine, Home Tester Club, 18.09.2026 |
| 2,50 bis 5 Euro pro Test | Fragebogen | Mingle, Meinungsort, 18.09.2026 |
| 5 bis 50 Euro pro Studie | Marktforschungsteilnahme | Panel-Ratgeber, 18.09.2026 |
| ab 50 Euro pro Auftrag | ein 15-Sekunden-Video ohne Extras | Speekly, Mindestbetrag laut Creator-Seite, abgerufen 18.09.2026 |
| rund 55,60 Euro als Untergrenze | ein Video mit vier Stunden Aufwand | eigene Rechnung zum Mindestlohn 13,90 Euro |
Die untere Marke ist also keine Verhandlungssache, sondern Mathematik: Vier Stunden Aufwand für ein Video zum Mindestlohn von 13,90 Euro ergeben 55,60 Euro, bevor Steuern und Abgaben abgezogen sind. Schon der Mindestbetrag eines einzigen UGC-Auftrags liegt damit über dem, was die meisten Produkttest-Portale für einen kompletten Test zahlen – und ein Creator kann mehrere solcher Aufträge parallel annehmen, während ein Produkttest-Slot pro Person meist einmalig ist. Die vollständige Rechnung mit Stundenlohn je Aufwandsstufe steht in Lohnt sich UGC als Creator?, die Preisfindung für dein eigenes Angebot in Was darfst du als Creator verlangen?.
Produkttester oder UGC-Creator – was passt besser zu dir?
Produkttests passen, wenn du nebenbei gratis Produkte testen willst und der Zeitaufwand egal ist. UGC passt, wenn du eine feste Gegenleistung in Geld willst und bereit bist, ein Video zu drehen und zu schneiden. Die Einstiegshürde ist bei UGC höher, die Bezahlung dafür planbar – und sie steigt mit jedem Auftrag, weil dein Portfolio wächst.
| Klassischer Produkttest | Bezahlter UGC-Auftrag | |
|---|---|---|
| Was du lieferst | Fragebogen, Bewertung, Text | Video, geschnitten und verwendbar |
| Auswahl | Auslosung, oft gegen tausende Bewerber | Bewerbung auf eine konkrete Ausschreibung |
| Bezahlung | 0 bis 30 Euro, oft nur das Produkt | ab 50 Euro pro Video, plus Produkt |
| Planbar? | Nein | Ja, Honorar steht vor der Zusage fest |
| Nötige Ausrüstung | Keine | Smartphone, Tageslicht, ruhiger Ton |
| Wiederholbar? | Meist ein Slot pro Person und Produkt | Mehrere Aufträge parallel möglich |
Wenn ein Angebot dir statt Geld nur das Produkt bietet, lohnt sich vorher eine Rechnung: Honorar, Barter oder Provision — was lohnt sich als Creator? nennt den Warenwert, ab dem ein Produkt statt Geld über dem Mindestlohn liegt.
Wie wird aus einem Produkttest ein bezahltes UGC-Video?
Indem du das, was du beim Testen ohnehin tust, filmst statt nur zu beschreiben. Unboxing, erste Anwendung, ehrliches Fazit – das sind exakt die drei Szenen, die in einem UGC-Auftrag verlangt werden. Der Unterschied ist nur das Format: Handy statt Fragebogen, 20 bis 30 Sekunden Hochformat statt Freitextfeld.
Drei Schritte reichen für den Umstieg:
- Ein Beispielvideo drehen, ohne dass eine Marke es beauftragt hat – mit einem Produkt, das du ohnehin zu Hause hast. Genau das ist der Ansatz aus unserem Ratgeber UGC-Portfolio ohne einen einzigen Kunden.
- Das Video als Arbeitsprobe nutzen, statt es nur für dich zu behalten – bei einer Bewerbung oder direkt in einem Profil.
- Über offene Aufträge einsteigen statt über Kaltakquise: Auf UGC-Jobs stehen laufend Anfragen von Marken, die genau solche Testvideos suchen – ganz ohne dass du selbst anschreiben musst.
Wer ganz ohne Reichweite startet, findet den kompletten Ablauf im 14-Tage-Plan bis zum ersten bezahlten Video. Einen allgemeinen Überblick über den Einstieg gibt der Pillar-Ratgeber UGC-Creator werden.
Warum steht der bezahlte Weg in keinem der Ratgeber, die Google anzeigt?
Weil die deutschen Ratgeber zu diesem Suchbegriff den Videoweg schlicht nicht kennen. Wir haben am 18.09.2026 die acht deutschsprachigen Ergebnisse, die Google zu „Produkttester werden" ausspielt, einzeln per HTTP abgerufen und ihren Text nach „UGC", „User Generated Content", „Creator" und „Videoproduktion" durchsucht. Im lesbaren Text kam keiner der vier Begriffe in einem einzigen der acht Ratgeber vor.
Die drei technischen Treffer lagen ausschließlich außerhalb des Textes: einmal in einer YouTube-Kanaladresse im Quelltext, zweimal im Feldnamen creator der Autoren-Auszeichnung. Inhaltlich beschreiben alle acht Seiten dieselbe Welt – Punkte, Auslosungen, Gutscheine, gelegentlich ein paar Euro Aufwandsentschädigung.
Das ist kein Vorwurf an diese Seiten, sondern eine Lücke: Wer heute „Produkttester werden" sucht, bekommt eine vollständige Antwort auf die unbezahlte Variante und gar keine auf die bezahlte. Welche Plattform dabei was einbehält, vergleicht UGC-Plattformen aus Creator-Sicht – inklusive der Anbieter, die von Creatorn eine monatliche Gebühr verlangen.
Statt selbst nach Aufträgen zu suchen, kannst du dich im Creator Pool kostenlos registrieren – Marken, die genau solche Testvideos suchen, schreiben dann dich an.