TKP berechnen bei Influencer-Kampagnen

TKP berechnen im Influencer-Marketing: die Formel mit Aufrufen statt Followern, Richtwerte je Größenklasse, Barter und Provision umgerechnet und der Vergleich mit Meta Ads.

Von Lukas Renner · veröffentlicht am 14. Oktober 2026 · 10 Min. Lesezeit · für Marken

Wie berechnet man den TKP bei einer Influencer-Kooperation?

Der Tausend-Kontakt-Preis (TKP, englisch CPM) ist das Honorar geteilt durch die Zahl der Aufrufe, mal 1.000. Zahlst du einem Creator 200 Euro und sein Reel erreicht 8.000 Aufrufe, liegt der TKP bei 25 Euro. Entscheidend ist der Nenner: Er muss aus tatsächlichen oder realistisch erwarteten Aufrufen bestehen, nicht aus der Followerzahl. Sonst wirkt fast jede Kooperation günstiger, als sie ist.

Die Formel:

TKP = Kosten der Kooperation ÷ Aufrufe × 1.000

Zu den Kosten gehört alles, was die Kooperation dich kostet: Honorar, Produktwert, Versand und ein vereinbarter Aufpreis für Nutzungsrechte. Wer nur das Honorar einsetzt, rechnet sich die Kooperation schön.

RechenschrittBeispiel
Kosten zusammenzählen150 € Honorar + 30 € Produkt + 6 € Versand = 186 €
Aufrufe festlegen7.500 Aufrufe des Reels nach sieben Tagen
Teilen186 € ÷ 7.500 = 0,0248 € je Aufruf
Mal 1.000TKP = 24,80 €

Umgekehrt funktioniert die Formel genauso: Kennst du deinen Ziel-TKP, ergibt erwartete Aufrufe × Ziel-TKP ÷ 1.000 das Honorar, das du höchstens anbieten solltest.

Was zeigen die Suchergebnisse zu „TKP berechnen"?

Die Formel ist überall dieselbe, der Nenner nicht. Wir haben am 14.10.2026 die neun Webtreffer geöffnet, die google.de zu „tkp berechnen influencer" auf Seite 1 ausspielt. Zwei davon teilen ausdrücklich durch die Followerzahl, drei sprechen von „Reichweite", ohne zu sagen, was gemeint ist. Und keiner der neun rechnet den TKP für Barter- oder Provisionsdeals – die Vergütungsform, die kleine Marken am häufigsten nutzen.

Unsere Auswertung der neun Treffer (google.de, 14.10.2026)

- Nenner: 4 von 9 rechnen mit Aufrufen oder Impressionen, 2 von 9 mit Followern (darunter ein UGC-Anbieter, wörtlich „Preis des Beitrags / Abonnenten x 1000"), 3 von 9 mit „Reichweite" ohne Definition.

- Barter und Provision: 0 von 9 rechnen dafür einen TKP. Zwei erwähnen Provision nur als Alternative zum TKP.

- Kleines Budget: Nur 1 von 9 rechnet eine Influencer-Kooperation unter 1.000 Euro durch (800 Euro bei 20.000 Aufrufen = 40 Euro TKP).

- Nachrechnen: Nur 2 von 9 sagen klar, dass der TKP nach der Veröffentlichung mit den tatsächlichen Aufrufen geprüft werden muss.

- Richtwerte: Fünf Seiten nennen Zahlen – und sie widersprechen sich. Die Angaben reichen von 5–15 Euro (Influencer allgemein) über 7–15 Euro (Instagram und TikTok) bis 35 Euro (Instagram Reel). Nur eine Seite legt eine eigene Datenbasis offen (1.975 Kooperationen, Instagram-Mittel 38 Euro).

Für die Praxis heißt das: Ein TKP-Richtwert ohne Angabe, worauf er gerechnet ist, taugt nicht zum Vergleich. Ein Wert von 10 Euro auf Follower und einer von 35 Euro auf Aufrufe können dieselbe Kooperation beschreiben.

Warum darf man nicht durch die Followerzahl teilen?

Weil nur ein Bruchteil der Follower einen Beitrag überhaupt sieht. Socialinsider hat 35 Millionen Instagram-Beiträge aus 447.613 Profilen ausgewertet (Daten 2025): Ein Reel bei Profilen mit 1.000 bis 5.000 Followern erreicht im Schnitt 580 Aufrufe, bei 10.000 bis 50.000 Followern 2.460. Wer durch die Followerzahl teilt, setzt einen Nenner an, der um ein Vielfaches zu groß ist.

Ein Beispiel mit denselben 150 Euro für ein Reel eines Creators mit 20.000 Followern:

NennerRechnungTKP
Follower150 € ÷ 20.000 × 1.0007,50 €
Durchschnittliche Reel-Aufrufe der Klasse 10.000–50.000150 € ÷ 2.460 × 1.00060,98 €

Der Unterschied ist Faktor acht. Die erste Zahl sieht nach einem Schnäppchen aus, die zweite ist das, was du tatsächlich pro 1.000 Kontakte bezahlst. Deshalb gehört vor jede Verhandlung die Frage nach den Insights: durchschnittliche Aufrufe der letzten zehn Reels, als Screenshot aus der Statistik der App. Wie man Zahlen erkennt, die nicht stimmen, steht in Fake-Follower erkennen.

Welcher TKP ist bei Instagram und TikTok normal?

Für Deutschland nennt die Preisliste von OMR Reviews (08.05.2026) 25 bis 50 Euro für Instagram Reels und TikTok-Videos, 20 bis 50 Euro für Instagram Stories, 20 bis 30 Euro für einen Instagram-Post und 60 bis 100 Euro für ein YouTube-Video. Eine Studie oder Datenbasis wird nicht genannt – es sind Richtwerte aus der Branche, keine Messwerte. Als Orientierung taugen sie trotzdem.

FormatTKP-Richtwert DeutschlandStand
Instagram Post20–30 €05/2026
Instagram Story20–50 €05/2026
Instagram Reel / TikTok-Video25–50 €05/2026
YouTube-Video60–100 €05/2026
Zum Vergleich: Meta-Anzeige (Facebook/Instagram)rund 6 €Agentur-Median, laufend

Die letzte Zeile ist die wichtigste Einordnung: Eine bezahlte Anzeige erreicht 1.000 Menschen auf Meta für rund 6 Euro – so der Median aus über 100 Werbekonten der Agentur ZweiDigital. Ein Creator-Beitrag kostet je 1.000 Kontakte das Vier- bis Achtfache. Das ist kein Fehler im Markt. Beim Creator bezahlst du nicht nur den Kontakt, sondern das Video, die Glaubwürdigkeit einer Empfehlung und eine Zielgruppe, die freiwillig zuschaut.

Was wäre ein Reel nach TKP wert – je Größenklasse?

Wenig, solange der Creator klein ist. Setzt man die durchschnittlichen Reel-Aufrufe von Socialinsider mit dem TKP-Richtwert von 25 bis 50 Euro zusammen, ist ein Reel eines Creators mit 1.000 bis 5.000 Followern als reine Reichweite 14,50 bis 29 Euro wert. Erst ab 50.000 Followern landet der rechnerische Wert über 150 Euro. Diese Gegenüberstellung haben wir aus zwei öffentlichen Quellen erstmals zusammengeführt.

FollowerklasseØ Reel-Aufrufe (Socialinsider, 2025)Wert bei 25 € TKPWert bei 50 € TKP
1.000–5.00058014,50 €29,00 €
5.000–10.0001.00025,00 €50,00 €
10.000–50.0002.46061,50 €123,00 €
50.000–100.0006.095152,38 €304,75 €
100.000–1 Mio.16.035400,88 €801,75 €

Basis: Socialinsider, 35 Mio. Instagram-Beiträge aus 447.613 Profilen, Januar bis Dezember 2025; TKP-Spanne Reel/TikTok aus OMR Reviews, 08.05.2026. Eigene Berechnung, 14.10.2026. Durchschnittswerte über alle Länder und Nischen – der einzelne Creator kann deutlich darüber oder darunter liegen.

Die Tabelle erklärt, warum Nano-Creator nach TKP fast immer „zu teuer" wirken: Ein Honorar von 100 Euro für ein Reel mit 580 Aufrufen ergibt einen TKP von 172 Euro. Wer kleine Creator nur nach Reichweite bezahlt, bezahlt sie unter dem Aufwand für das Video. Deshalb rechnet man bei ihnen anders.

Wie rechnet man den TKP, wenn auch ein Video entsteht?

Indem man den Preis in zwei Teile zerlegt: das Video und die Veröffentlichung. Nur der zweite Teil ist Reichweite und gehört in die TKP-Rechnung. Den ersten Teil vergleichst du mit dem, was ein Video ohne Veröffentlichung kosten würde. So wird aus einem scheinbar teuren Nano-Beitrag eine nachvollziehbare Rechnung.

Am Katalog von Creator Pool lässt sich das offen zeigen, weil dort beide Varianten einen festen Preis haben (Stand 14.10.2026, netto, ohne Paket):

Leistung (fertiges Video, 30 Sek.)PreisDavon VeröffentlichungTKP der Veröffentlichung bei Ø-Aufrufen
UGC-Creator, nur Datei137 €0 €–
Nano-Influencer, unter 10.000 Follower, postet mit206 €69 €69 € (bei 1.000 Aufrufen)
Micro-Influencer, 10.000–50.000 Follower, postet mit309 €172 €69,92 € (bei 2.460 Aufrufen)

Ehrlich eingeordnet: Mit rund 70 Euro liegt der Reichweiten-Anteil über dem Branchenrichtwert von 25 bis 50 Euro und weit über einer Meta-Anzeige. Wer nur Kontakte kaufen will, ist mit dem UGC-Video für 137 Euro plus Anzeigenbudget günstiger dran – genau diese Variante rechnet Influencer-Marketing mit 500 Euro durch. Die Veröffentlichung lohnt sich, wenn die Empfehlung selbst zählt: lokales Geschäft, erklärungsbedürftiges Produkt, Vertrauen vor dem Kauf. Mit Paket sinkt der Anteil auf 60 beziehungsweise 150 Euro; alle Preise stehen auf der Preisseite.

Wie berechnet man den TKP bei Barter und Provision?

Bei Barter setzt du statt des Honorars den Wert ein, den dich die Ware kostet – also Einkaufspreis plus Versand, nicht den Ladenpreis. Bei Provision lässt sich der TKP nur nachträglich berechnen: ausgezahlte Provision geteilt durch die Aufrufe. Beides ist für kleine Marken die Regel, nicht die Ausnahme, wie unsere Auszählung zeigt.

Auszählung der offenen Ausschreibungen auf Creator Pool, 14.10.2026

Von 11 offenen Ausschreibungen auf /projekte verlangen 9 eine Veröffentlichung auf dem Kanal des Creators. Davon vergüten 6 per Provision (5 bis 25 Prozent, teils plus 1 bis 5 Euro je Verkauf), 2 per Barter (Warenwert rund 100 und rund 170 Euro) und nur eine mit festem Honorar (180 bis 300 Euro gesamt). Bei acht von neun Reichweiten-Ausschreibungen steht der Preis also vor der Veröffentlichung nicht fest – ein TKP im Voraus lässt sich nur mit Annahmen rechnen.

Was das in Zahlen heißt, zeigt die Barter-Ausschreibung mit rund 170 Euro Warenwert für ein Posting. Gerechnet mit dem Ladenpreis und den Durchschnittsaufrufen von Socialinsider:

Creator-GrößeØ Reel-AufrufeTKP auf Ladenpreis 170 €
1.000–5.000 Follower580293,10 €
10.000–50.000 Follower2.46069,11 €

Liegt der Einkaufspreis bei der Hälfte des Ladenpreises, halbieren sich auch die TKP-Werte. Trotzdem gilt: Ein Barter-Deal mit einem sehr kleinen Creator ist pro Kontakt teurer als ein bezahlter Beitrag eines mittelgroßen. Er kann sich trotzdem lohnen, wenn ein gutes Video entsteht, das du weiterverwenden darfst – das muss aber vorher vereinbart sein. Wie Barter aus Markensicht funktioniert, steht in Product Seeding aus Markensicht.

Wann ist der TKP die falsche Kennzahl?

Immer dann, wenn das Ziel nicht Reichweite ist. Für Verkäufe zählt der Umsatz je investiertem Euro, für Material der Preis je verwendbarem Video. Schon 2019 schrieb der Agenturchef Norman Röhlig in HORIZONT: „Im Influencer Marketing ist der TKP jedoch noch lange keine Handelswährung." Er ist ein Vergleichswert zwischen Angeboten, kein Preisschild.

Drei Fälle, in denen du den TKP nur als Nebenzahl führen solltest:

  1. UGC-Videos ohne Veröffentlichung. Es gibt keine Kontakte, also keinen TKP. Hier zählt der Preis je Video und später der TKP der Anzeige, in der es läuft.
  2. Provisionsdeals. Du zahlst nur bei Erfolg. Der nachträgliche TKP ist interessant, aber die entscheidende Zahl ist der Umsatz je Creator – messbar mit eigenem Rabattcode, siehe Creator-Umsatz in Shopify messen.
  3. Lokale Betriebe. 600 Aufrufe aus deiner Stadt sind mehr wert als 6.000 aus ganz Deutschland. Rechne hier mit dem Anteil der Aufrufe aus deiner Region, den der Creator in seiner Statistik sieht.

Welche Kennzahlen nach der Kampagne in den Bericht gehören, steht in der Influencer-Reporting-Vorlage. Die Preisspannen je Format und Größe sammelt die Übersicht Was kostet ein Influencer-Post?.

Wie nutzt man den TKP in der Verhandlung?

Als Obergrenze, die du vorher festlegst. Bitte den Creator um die durchschnittlichen Aufrufe seiner letzten zehn Beiträge im gewünschten Format, rechne mit deinem Ziel-TKP das maximale Honorar aus und vergleiche es mit seinem Angebot. Liegt das Angebot darüber, verhandelst du über Leistung statt Preis: mehr Stories, Nutzungsrechte oder ein zweites Video.

Ein Ablauf in vier Schritten:

  1. Ziel-TKP festlegen. Wer keinen eigenen Wert hat, startet mit 25 bis 50 Euro für Reels und TikTok.
  2. Aufrufe erfragen, nicht Follower. Durchschnitt der letzten zehn Beiträge, Screenshot aus der App-Statistik.
  3. Maximalhonorar ausrechnen: 3.000 erwartete Aufrufe × 40 € ÷ 1.000 = 120 Euro.
  4. Nach der Veröffentlichung nachrechnen – mit den tatsächlichen Aufrufen nach sieben Tagen. Diese Zahl ist dein Ziel-TKP für die nächste Runde.

Wenn du Creator dafür nicht selbst anschreiben willst: Auf Creator Pool schreibst du eine Kampagne mit festem Budget aus, und die Creator bewerben sich mit ihrem eigenen Angebot – kostenlos als Marke starten.

FAQ

Häufige Fragen

Wie rechne ich den TKP bei Instagram aus?

Honorar plus Produkt- und Versandkosten, geteilt durch die Aufrufe des Beitrags, mal 1.000. Bei 200 Euro Kosten und 8.000 Aufrufen sind das 25 Euro. Nimm die Aufrufe nach sieben Tagen aus der Statistik des Creators, nicht die Followerzahl.

Was ist ein guter TKP für Influencer?

Für Instagram Reels und TikTok nennt OMR Reviews 25 bis 50 Euro als Richtwert für Deutschland (Stand 05/2026). Bei Nano-Creatorn liegt der Wert oft deutlich höher, weil auch das Video selbst bezahlt wird. Eine Meta-Anzeige liegt bei rund 6 Euro.

Rechnet man den TKP mit Followern oder mit Views?

Mit Views beziehungsweise Aufrufen. Ein Reel bei Profilen mit 10.000 bis 50.000 Followern erreicht laut Socialinsider im Schnitt 2.460 Aufrufe. Wer durch die Followerzahl teilt, rechnet die Kooperation um ein Vielfaches günstiger, als sie ist.

Wie viel darf ein Creator mit 10.000 Followern für ein Reel verlangen?

Nach reiner Reichweite rund 60 bis 125 Euro, bei 2.460 durchschnittlichen Aufrufen und einem TKP von 25 bis 50 Euro. Entsteht dabei ein Video, das du weiterverwenden darfst, kommt der Wert des Videos dazu. Prüfe die tatsächlichen Aufrufe des Creators vor dem Angebot.

Wie berechne ich den TKP bei einer Produktkooperation ohne Geld?

Setz den Einkaufspreis der Ware plus Versand als Kosten ein, nicht den Ladenpreis. Bei 85 Euro Einkaufspreis und 2.460 Aufrufen liegt der TKP bei 34,55 Euro. Bei sehr kleinen Creatorn ergibt Barter oft einen höheren TKP als ein bezahlter Beitrag.

Gibt es einen TKP-Rechner für Influencer?

Die Rechnung braucht keinen: Kosten ÷ Aufrufe × 1.000. Online-Rechner wie der von Rechner-Portal setzen dieselbe Formel um. Die eigentliche Arbeit ist der Nenner – also an die echten Aufrufe des Creators zu kommen.

Ist ein hoher TKP ein Grund, abzusagen?

Nicht automatisch. Ein hoher TKP bei einem kleinen Creator kann sich lohnen, wenn ein Video entsteht, das du in Anzeigen weiterverwendest, oder wenn die Zielgruppe lokal und sehr passend ist. Abzusagen lohnt sich, wenn du nur Reichweite willst – die ist per Anzeige günstiger.

Quellen

Über den Autor
Lukas Renner
Geschäftsführer [mediarenner] · Gründer Creator Pool

Lukas Renner führt die Social-Media-Agentur [mediarenner] und betreibt Creator Pool. Er verantwortet seit Jahren Werbekonten bei Meta, Google und LinkedIn für kleine und mittelständische Unternehmen und verhandelt laufend Kooperationen zwischen Marken und Creatorn.

Von der Theorie in die Praxis

Creator Pool bringt Marken und geprüfte Nano- & Mikro-Creator aus DACH direkt zusammen. Der Test-Zugang ist kostenlos und läuft nicht ab.