Was kostet eine Influencer-Marketing-Agentur im Monat?
Zwischen 800 und 8.000 Euro netto im Monat als laufende Betreuung, alternativ 20 bis 25 Prozent Provision auf das Kampagnenbudget. Stundensätze liegen bei 90 bis 180 Euro, Fullservice-Agenturen nennen Mindestbudgets ab 10.000 Euro. Wichtiger als die Spanne ist die Struktur dahinter: Das Honorar der Agentur und die Honorare der Creator sind zwei getrennte Posten. Wer nur die erste Zahl vergleicht, vergleicht die kleinere Hälfte.
| Honorarmodell | Übliche Höhe | Wann es fair ist | Wo es kippt |
|---|---|---|---|
| Monatlicher Retainer | 800 – 8.000 € netto | laufende Kampagnen, mehrere Creator im Monat | bei wenigen Videos im Quartal zahlst du Bereitschaft |
| Provision auf das Kampagnenbudget | 20 – 25 % | großes Budget, viele Creator | die Agentur verdient mehr, je teurer die Creator sind |
| Stundensatz | 90 – 180 € netto | klar abgegrenzte Einzelaufgaben | ohne Deckel nicht kalkulierbar |
| Projektpauschale | frei verhandelt | einmalige Kampagne mit festem Umfang | Nachträge sind der Regelfall, nicht die Ausnahme |
| Mindestbudget Fullservice | ab 10.000 € | Jahresplanung, mehrere Märkte | schließt kleine Budgets komplett aus |
Die Spannen stammen aus den öffentlich einsehbaren Preisseiten und Blogbeiträgen deutscher Agenturen, abgerufen am 22.09.2026; die einzelnen Quellen stehen im nächsten Abschnitt und im Quellenblock am Ende.
Diese Seite beantwortet, was die Agentur für ihre Arbeit nimmt. Welcher Beschaffungsweg überhaupt zu dir passt — Plattform, Agentur oder Freelancer — steht in Plattform, Agentur oder Freelancer. Was ein einzelner Beitrag oder ein Video kostet, steht im Ratgeber Influencer-Preise.
Was nehmen deutsche Agenturen konkret — mit Namen und Datum?
Fünf Agenturen nennen auf ihren eigenen Seiten konkrete Zahlen. Das ist die Ausnahme: Im Agenturvergleich von Dr. Web sind 62 Influencer-Agenturen gelistet, und nur zwei davon nennen überhaupt einen Betrag. Die folgende Tabelle führt zusammen, was am 22.09.2026 öffentlich abrufbar war — jeweils mit dem Datum, das die Seite selbst ausweist.
| Anbieter | Genannte Preise | Stand laut Seite |
|---|---|---|
| creationell (Augsburg) | Basis-Betreuung 500 – 2.500 €/Monat · Standard 2.500 – 5.000 € · Premium 5.000 – 10.000 € · Strategie einmalig 1.000 – 5.000 € | 12.08.2026 |
| Ledist Agency (Bielefeld) | Basis 800 – 1.500 €/Monat · Standard 2.000 – 3.500 € · Fullservice 4.000 – 8.000+ € · Stundensatz 90 – 180 € | 03.06.2026 |
| WordsWork | 95 – 150 €/Stunde zzgl. USt. · 500 – 15.000 €/Monat · Rechenbeispiele 1.500 € und 3.000 €/Monat | 13.06.2024 |
| SPARKFUL Media (NRW) | eigene Pakete ab 1.800 € zzgl. MwSt. · Markt 1.200 – 5.000 €/Monat · 4 Posts 500 – 1.000 € | Stand Jan. 2026 |
| Bitstream Media Lab / ChannelBuzz (über Dr. Web) | 20 – 25 % Provision vom Gesamtbudget · Fullservice ab 10.000 € Mindestbudget | 04.09.2026 |
Zwei Einschränkungen gehören dazu, sonst ist die Tabelle irreführend. Erstens: Die ersten vier Anbieter kalkulieren Social-Media-Betreuung, also Redaktionsplan, Produktion und Posting auf deinen eigenen Kanälen. Influencer-Marketing ist dort ein Teilbereich, kein eigener Preis. Zweitens: Alle fünf verkaufen genau diese Leistung selbst. Die Spannen enden auffällig oft dort, wo das eigene Paket beginnt. Bei den Plattformen ist es übrigens nicht besser: CreatorJobs nennt seine Preise ausschließlich in den AGB. Wir haben sie dort herausgeholt und mit vier weiteren Anbietern verglichen — in der CreatorJobs-Alternative.
Warum beantwortet kaum eine Seite diese Frage?
Weil der Suchbegriff zwei Themen kreuzt, die im deutschen Netz getrennt behandelt werden. Wir haben am 22.09.2026 die neun Ergebnisse geprüft, die Google zu „Influencer Marketing Agentur Kosten" ausspielt, und jede Adresse einzeln abgerufen. Alle neun antworten mit HTTP 200, keine ist tot. Trotzdem beantwortet keine einzige die Frage, die im Suchbegriff steht.
| Geprüftes Ergebnis | Nennt Euro-Zahlen fürs Agenturhonorar? | Trennt Honorar und Creator-Budget? | Betreiber verkauft die Leistung? |
|---|---|---|---|
| creationell.de | ja, sehr konkret | nur Ads-Budget, nicht Creator-Budget | ja |
| ledistagency.de | ja | nur Ads-Budget | ja |
| wordswork.io | ja | nur Ads-Budget | ja |
| welikesocialmedia.de | nur Marktspannen | nein | ja |
| sparkful.media | ja | nein | ja |
| speekly.de | nein, nur Creator-Preise | nein | ja |
| blog.hubspot.de | nein, nur Creator-Honorare in US-Dollar | nein | nein |
| empfehlenswert.social | nein, keine Zahlen | nein | ja |
| drweb.de | ein Satz: 20 – 25 % Provision | spricht es an, rechnet es nicht durch | Vergleich mit Provisionsmodell |
Basis: neun Ergebnisse der ersten Seite, jedes am 22.09.2026 einzeln abgerufen. Das Muster ist sauber zweigeteilt. Die Ergebnisse eins bis fünf nennen harte Zahlen — aber für eine Social-Media-Agentur, nicht für Influencer-Marketing. Die Ergebnisse sechs bis neun handeln von Influencer-Marketing, nennen dann aber nur Creator-Honorare und kein Agenturhonorar. Acht von neun Betreibern verkaufen die Leistung selbst, der neunte verdient an Provisionen der verglichenen Anbieter. HubSpot rechnet in US-Dollar mit Stand November 2023.
Wir sind in dieser Frage selbst Partei und sagen das offen: [mediarenner] ist eine Social-Media-Agentur, Creator Pool ist aus dieser Agenturarbeit entstanden. Deshalb stehen unten auch unsere eigenen Preise — mit denselben Angaben wie bei allen anderen.
Zahlst du bei einer Agentur zweimal?
Ja, fast immer. Das Agenturhonorar bezahlt Auswahl, Verhandlung, Briefing, Rechteklärung und Reporting. Die Creator bekommen ihr Honorar zusätzlich, und zwar unabhängig davon, ob die Agentur nach Retainer oder nach Provision abrechnet. Genau diese zweite Position fehlt in fast jedem Angebot, weil sie erst feststeht, wenn die Creator ausgewählt sind. Die Folge: Kleine Budgets verlieren einen großen Anteil an die Steuerung.
| Budget für die Creator | Provision 20 – 25 % | Retainer 800 €/Monat | Retainer 1.500 €/Monat |
|---|---|---|---|
| 1.000 € | 200 – 250 € → 17 – 20 % der Gesamtkosten | 800 € → 44 % | 1.500 € → 60 % |
| 3.000 € | 600 – 750 € → 17 – 20 % | 800 € → 21 % | 1.500 € → 33 % |
| 10.000 € | 2.000 – 2.500 € → 17 – 20 % | 800 € → 7 % | 1.500 € → 13 % |
Die Rechnung ist absichtlich simpel: Anteil des Agenturhonorars an der Summe aus Honorar und Creator-Budget, ein Monat Laufzeit. Sie zeigt trotzdem das Entscheidende. Ein Retainer ist bei kleinen Budgets der teuerste Weg — bei 1.000 Euro Creator-Budget und 1.500 Euro Retainer bezahlst du 60 Prozent für die Organisation und 40 Prozent für den Inhalt. Ab etwa 10.000 Euro dreht sich das Verhältnis, und der Retainer wird günstiger als jedes Provisionsmodell.
Ab welchem Budget rechnet sich eine Agentur?
Die Schwelle liegt dort, wo die Koordination mehr Arbeit macht als die Produktion. Aus unserer Agenturpraxis lässt sich das an drei Merkmalen festmachen: Zahl der Creator, Zahl der laufenden Kampagnen und die Frage, ob jemand Rechte und Reporting verwalten muss. Unter drei Creatorn im Quartal kaufst du eine Struktur mit, deren einzige Aufgabe darin besteht, drei Videos zu bestellen.
| Dein Fall | Sinnvoller Weg | Begründung |
|---|---|---|
| 1 – 5 Videos im Quartal, ein Kanal | selbst oder Plattform | Das Honorar übersteigt die Produktionskosten |
| 6 – 20 Videos im Quartal, feste Anzeigen | Plattform, bei Bedarf Freelancer | Der Aufwand ist Auswahl, nicht Steuerung |
| Laufende Kampagnen, mehrere Creator im Monat | Agentur mit Retainer | Die Koordination wird zum eigentlichen Posten |
| Mehrere Marken oder Märkte, Rechteverwaltung, Reporting an Dritte | Agentur, Fullservice | Die Steuerung ist teurer als die Produktion |
Wenn dein Budget unter 1.000 Euro liegt, ist die Antwort fast immer dieselbe: keine Agentur. Wie sich ein solches Budget sinnvoll aufteilt, steht in Influencer-Marketing mit 500 Euro Budget; ob sich die Kooperation in deiner Branche überhaupt trägt, rechnet Was kostet ein Creator für einen lokalen Betrieb? durch.
Was kostet derselbe Auftrag ohne Agentur?
Rechnen wir den gleichen Fall einmal aus: sechs fertige Videos von 30 Sekunden, drei Creator, Nutzungsrechte für bezahlte Anzeigen über zwölf Monate. Über eine Plattform ist das eine Bestellung mit festen Preisen, ohne Verhandlung. Bei Creator Pool kostet das 1.237 Euro netto mit laufendem Paket, vor Mengenrabatt. Ohne Paket sind es 1.368 Euro, weil auf jede Position 15 Prozent aufschlagen.
| Position | Mit Paket (49 €/Monat) | Ohne Paket |
|---|---|---|
| 6 × fertiges Video, 30 Sekunden, UGC-Creator | 6 × 119 € = 714 € | 6 × 137 € = 822 € |
| 6 × Nutzungsrechte Paid Ads, 12 Monate | 6 × 79 € = 474 € | 6 × 91 € = 546 € |
| Paket Starter | 49 € | – |
| Summe netto, vor Mengenrabatt | 1.237 € | 1.368 € |
Stand der Preise: 22.09.2026, alle Beträge netto zuzüglich Umsatzsteuer. Ab drei Videos je Auftrag kommt ein Mengenrabatt von 8 Prozent dazu, ab fünf Videos 12 Prozent, ab zehn 18 Prozent. Die vollständige Liste steht auf der Preisseite, die Creator selbst findest du über die Creator-Suche.
Ehrlich dazugehört: Dieser Weg verlagert Auswahl und Abstimmung zu dir. Der Posten, den dabei jede Rechnung unterschlägt, ist die eigene Arbeitszeit. Eine geleistete Arbeitsstunde kostete Arbeitgeber in Deutschland 2025 im Schnitt 45,00 Euro, 3,6 Prozent mehr als 2024 (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 148 vom 29.04.2026). Zehn Stunden Auswahl, Briefing und Abnahme sind damit 450 Euro — kein Buchungsposten, aber auch nichts, was man bei einem Vergleich weglassen darf. Die Stundenrechnung für alle drei Wege steht in Plattform, Agentur oder Freelancer.
Welche Kosten stehen in keinem Angebot?
Fünf Positionen tauchen in Agenturangeboten regelmäßig nicht auf und werden später nachberechnet. Sie sind zusammen oft größer als der Unterschied zwischen zwei Agenturen. Wer sie im ersten Gespräch abfragt, vergleicht Angebote, die wirklich vergleichbar sind — und spart sich die Diskussion, wenn die erste Rechnung kommt.
| Position | Warum sie fehlt | Größenordnung |
|---|---|---|
| Nutzungsrechte für bezahlte Anzeigen | steht erst fest, wenn die Kampagne läuft | + 30 – 100 % auf das Creator-Honorar |
| Whitelisting über den Creator-Account | wird als Detail behandelt, ist aber ein eigenes Recht | + 50 – 150 %, siehe Whitelisting: Kosten und Ablauf |
| Produkt, Versand und Rücksendung | gilt als Nebensache | Warenwert plus Versand je Creator |
| Mediabudget bei Meta oder TikTok | wird direkt an die Plattform gezahlt | eigener Posten, kommt immer obendrauf |
| Korrekturschleifen über die vereinbarte Zahl hinaus | im Angebot meist mit „inklusive" abgedeckt | je weitere Schleife ein Teilhonorar |
Für kleine und mittlere Unternehmen, die zum ersten Mal mit Creatorn arbeiten, ist der Reihenfolge-Fehler teurer als jeder Preisunterschied: erst die Agentur beauftragen, dann feststellen, dass das Budget für die Creator schon fast aufgebraucht ist. Der umgekehrte Weg funktioniert besser — erst das Creator-Budget festlegen, dann entscheiden, wer die Steuerung übernimmt. Wie ein solcher Einstieg aussieht, steht in Influencer-Marketing für kleine Unternehmen.